In den letzten Wochen sind manche Hochzeitseinladungen in meinem Briefkasten gelandet. Die Hochzeit-Saison startet langsam; im Mai geht's dann richtig los.
Wie ist das eigentlich mit diesen Einladungen? Da machen sich Menschen ja unglaublich viel Arbeit, um andere dazu zu bekommen, bei ihrer Hochzeit dabei zu sein.
Eine Hochzeitseinladung begegnet uns indirekt auch in der Heiligen Schrift. Und dabei ist es nur eine ganz kurze Wanderung, von Nazareth nach Kana, gerade mal 13 Kilometer. Doch die Hochzeit im Kontext von Jesus dauerte eine ganze Woche. Gäste kommen und gehen, es gibt viel zu organisieren. Wer würde eine solche Einladung ablehnen oder ausschlagen? Und dann sind alle bei der Hochzeit, und das Problem geht weiter, der Wein geht aus. Wer sorgt für Nachschub? Wer bringt die Fülle in die Feier?
Genau da kommt Maria ins Spiel. Sie sieht, dass etwas fehlt und wendet sich an Jesus. “Meine Zeit ist noch nicht gekommen”, sagt er, und trotzdem passiert etwas. Durch ihr Handeln, durch ihre Bereitschaft, durch ihr Mittun kann Jesus wirken. Das Wunder: Wasser wird zu Wein, ein Alltag wird verwandelt, etwas Gewöhnliches wird außergewöhnlich, Gott bringt Fülle, Freude und Leben mitten in das Leben. Und das gilt auch für uns heute.
Wir erleben Momente, in denen unser Alltag leer wirkt. Prüfungen, Stress, Beziehungsroutine. Wir fühlen uns manchmal wie die Diener in dieser Geschichte: Was kann ich schon tun? Und doch, wenn wir bereit sind, das zu tun, was möglich ist: Aufmerksam sein, helfen, zuhören, einen Schritt gehen; dann kann etwas Neues entstehen.
Das Wunder von Kana zeigt, kleine Handlungen, Offenheit und Vertrauen können Großes bewirken. Aus Wasser wird Wein, aus Gewöhnlichem wird Fülle. Gottes Verwandlung beginnt nicht irgendwo weit weg. Sie beginnt dort, wo wir stehen, in unserem Alltag, in unseren Möglichkeiten, in unserer Bereitschaft das Leben zu gestalten.
Letztlich ist es diese Frage: Wollen wir die große Einladung, die Gott uns in unserem Leben macht, annehmen?
Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.