Ungarns Bischöfe haben Oppositionsführer Peter Magyar zu dessen Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert. Die katholische Ungarische Bischofskonferenz strebe eine "konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit" mit der jeweiligen ungarischen Regierung an. Das gelte auch für eine künftige Regierung von Magyars Partei Tisza, zitiert das Portal "Telex" (Freitag) eine Stellungnahme der Kirchenvertreter.
Die katholische Kirche war während des Wahlkampfs wiederholt wegen vermeintlicher Nähe zur Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban unter Kritik geraten. Trotz einer Weisung der Bischofskonferenz, sich nicht in parteipolitische Angelegenheiten einzumischen, hatten sich etliche Priester positiv über die gegenwärtige Regierung geäußert. Für Aufsehen sorgte darüber hinaus die diesjährige Fastenbotschaft der Bischöfe, in der diese bildhaft die Gräuel des Ukrainekriegs beschrieben. Oppositionelle wollen darin Orbans umstrittene Kriegsrhetorik im Wahlkampf wiedererkannt haben. Berichten zufolge hätten sich etliche Geistliche geweigert, den Brief in Kirchen vollständig oder überhaupt vorzulesen.
Laut dem "Telex"-Bericht stoßen die politischen Aktivitäten der Kirche bereits seit Jahren auf Ablehnung unter Gläubigen. Die Tisza-Partei, die bei ihrem Erdrutschsieg am Sonntag eine Zweidrittelmehrheit im Parlament errang, habe versprochen, die Geldflüsse der Orban-Regierung an die Kirche untersuchen zu wollen.