US-Vize-Präsident Vance weist Papst Leo XIV. in die Schranken

"Besser auf moralische Angelegenheiten konzentrieren"

Angesichts des Streits zwischen Papst Leo XIV. und dem US-Präsidenten Donald Trump gibt sich Trumps Vize JD Vance schmallippig. Das Kirchenoberhaupt solle sich besser aus der US-Politik raushalten, findet der Katholik.

US-Vizepräsident JD Vance  / © Kenny Holston/Pool The New York Times via AP (dpa)
US-Vizepräsident JD Vance / © Kenny Holston/Pool The New York Times via AP ( dpa )

US-Vizepräsident JD Vance hat Papst Leo XIV. empfohlen, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten. "In manchen Fällen wäre es das Beste für den Vatikan, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren", sagte Vance in einem Interview des Senders Fox News am Montag (Ortszeit). 

Hintergrund ist ein scharfer Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Oberhaupt der Katholischen Kirche. Am Wochenende hatte Leo erneut verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden und an die Regierenden appelliert, Frieden einkehren zu lassen. Trump hatte ihm darauf vorgeworfen, eine "schreckliche" Außenpolitik zu betreiben.

Dass sich der Papst für die Dinge einsetze, die ihm wichtig sind, sei gut, aber die US-Politik solle er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überlassen, sagte Vance im Fox-News-Gespräch.

Jesus-Bild von Trump bloß ein "Scherz"

Dass Trump und der Pontifex momentan Konflikte miteinander hätten, sei nichts, worüber er sich große Sorgen mache, erklärte der Republikaner, der vor einigen Jahren zum Katholizismus konvertiert war.

Zu einem von Trump online veröffentlichten und später wieder gelöschten Bild, welches den US-Präsidenten als Heiland stilisierte, sagte er, Trump habe dies aus seiner Sicht "als Scherz gepostet", und dann schnell mitbekommen, dass "eine Menge Leute seinen Humor in dem Fall nicht verstehen". Kritiker warfen dem Präsidenten Blasphemie vor. 

Ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild von US-Staatspräsident Donald Trump in Gestalt eines Erlösers auf seiner Plattform "Truth Social", gepostet am 13. April 2026 / © @realDonaldTrump/truthsocial.com (KNA)
Ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild von US-Staatspräsident Donald Trump in Gestalt eines Erlösers auf seiner Plattform "Truth Social", gepostet am 13. April 2026 / © @realDonaldTrump/truthsocial.com ( KNA )

Das Verhältnis zwischen dem Papst, Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken, und dem US-Präsidenten gilt bereits seit längerer Zeit als angespannt. Gleich nach seiner Wahl im Mai 2025 war der erste US-amerikanische Papst als "Anti-Trump" bezeichnet worden.

Quelle:
dpa