Hilfswerk Renovabis hofft auf friedliche Wahlen in Ungarn

Verlierer muss Niederlage anerkennen

Am Sonntag sind acht Millionen Menschen in Ungarn dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Renovabis, das katholische Hilfswerk für Mittel- und Osteuropa, hofft nach der Wahl auf weniger Spaltung und mehr Miteinander in Europa.

Viktor Orban (Fidesz-Partei), EU-kritischer Ministerpräsident Ungarns, klatscht mit seinem Team und seinen Unterstützern während einer Ansprache nach der gewonnenen Wahl.  / © Darko Vojinovic (dpa)
Viktor Orban (Fidesz-Partei), EU-kritischer Ministerpräsident Ungarns, klatscht mit seinem Team und seinen Unterstützern während einer Ansprache nach der gewonnenen Wahl. / © Darko Vojinovic ( dpa )

Mit Blick auf die Parlamentswahl in Ungarn appelliert das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis an den Verlierer, seine Niederlage nach dem Ausgang anzuerkennen. "Eine echte Demokratie macht es aus, dass Machtübergaben von einer auf eine andere Partei friedlich und respektvoll stattfinden", sagte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag. 

Thomas Schwartz / © Dieter Mayr (KNA)
Thomas Schwartz / © Dieter Mayr ( KNA )

Die ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban habe in den letzten Jahren durch Spaltung regiert - auch mit Blick auf den europäischen Zusammenhalt, so der Renovabis-Chef weiter. "Sicherlich ist es in unserem Sinne, wenn das Miteinander in Europa gestärkt wird."

Der Priester betonte aber, es sei nicht die Rolle von Renovabis, Wünsche zum Wahlausgang zu äußern. Sein Hilfswerk stehe grundsätzlich auf der Seite von Menschen in Not, wie beispielsweise Geflüchteten. "Wir hoffen darauf, dass unabhängig vom Wahlausgang Menschen, die flüchten mussten, mit mehr Empathie und Solidarität begegnet wird", so Schwartz.

Ergebnisse der Wahl erst in der Nacht

Ungarn wählt an diesem Sonntag ein neues Parlament. Bis 19 Uhr sind rund 8,1 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Kandidaten der aussichtsreichsten Parteien sind Ministerpräsident Viktor Orban und Oppositionsführer Peter Magyar. Wegen des komplizierten ungarischen Wahlsystems werden belastbare Ergebnisse erst in der Nacht erwartet.

Menschen gehen an einem Wahlplakat vorbei, das den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und den Slogan "Lasst uns gemeinsam gegen den Krieg kämpfen" zeigt / © Eldar Emric/AP (dpa)
Menschen gehen an einem Wahlplakat vorbei, das den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und den Slogan "Lasst uns gemeinsam gegen den Krieg kämpfen" zeigt / © Eldar Emric/AP ( dpa )

"Ungarn ist ein hochpolarisiertes Land, wo es dringend Kräfte braucht, die die Gesellschaft zusammenführen - gerade nach diesem scharfen Wahlkampf", so Renovabis-Chef Schwartz. Das katholische Hilfswerk fördert in dem Land Projekte etwa für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Renovabis wurde 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet. Seither hat die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa nach eigenen Angaben mit mehr als 900 Millionen Euro gut 27.000 Projekte von Partnern unterstützen können. Die Geschäftsstelle sitzt in Freising.

Quelle:
KNA