Gott geht mit

Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen

In diesen Tagen freue ich mich einfach nur noch, weil nicht nur Ostern ist und das so ein wunderbares Fest und wirklich mein Lieblingsfest ist, sondern am Montag geht es in der Hochschulgemeinde in Düsseldorf auch wieder endlich los. Junge Menschen haben mit dem Studium begonnen und die kommen in der nächsten Woche dann schon zu uns. Und dabei weiß man ja: studieren, das heißt ganz besonders, sich auf etwas Neues einzulassen, Fragen zu stellen und vor allem nicht immer alle Antworten schon sofort zu haben.

Mancher von denen, die da kommen, hat ein Studium begonnen, ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt. Man ist wie auf einer Reise ohne Karte. Wohin es geht, was einem begegnet, das zeigt sich erst unterwegs. Esther kennt das gut. Sie ist im letzten Jahr ganz neu nach Düsseldorf gezogen, um Psychologie zu studieren. Alles ist neu, die Stadt, die Universität, die Menschen, und jeden Tag spürte sie ein kleines mehr Unbehagen, diesen Unterschied. Werde ich den richtigen Weg finden, werde ich Anschluss finden? Und sie ging jeden Tag die Schritte, die nötig sind, in den Hörsaal, in die Mensa, in den Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen; Schritt für Schritt, ohne dass sie alles überblicken konnte.

Eine ähnliche Bewegung ist ja die österliche Bewegung. Was wussten die Jünger schon nach der Auferstehung, in welche Richtung es jetzt weitergeht? Glaube ist feststehen in dem, was man erhofft, und überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht. So steht es im Hebräerbrief. Vertrauen darauf, dass Gott Wort hält, das macht bereit, neue Schritte zu wagen. Das ist österlich, nicht aus dem Pflichtgefühl, sondern aus der Erfahrung, dass Gott treu ist und mitgeht.

Auch heute wagen auch junge Menschen solche Schritte des Vertrauens. In der Stadt Düsseldorf finden Studierende wie Esther den Weg in die Katholische Hochschulgemeinde, so auch sicherlich an ganz vielen anderen Orten in unserem Erzbistum in der Kirche. Sie bitten um Taufe, Firmung oder treten bewusst in diese Gemeinschaft ein. Es ist ein öffentliches Ja zu einem Weg, dessen Ziel sie noch nicht vollständig kennen, ein mutiger Schritt ins Ungewisse. Abraham, der große Urvater des Glaubens, hatte Folgen weit über sein Leben hinaus. Er wurde zum Vater vieler Völker.

Auch unsere Schritte des Glaubens bleiben nicht ohne Wirkung. Jeder kleine Schritt des Vertrauens kann anderen Mut machen, selbst aufzubrechen, und wie bei Esther, unserer Studierenden, neue Begegnungen und Chancen entstehen zu lassen. Abraham konnte damals nicht ahnen, wie weitreichend sein Ja zu Gott sein würde. Die Jünger, die dem Auferstandenen begegnet sind, wussten es auch nicht. Aber eins ist klar: Warten wir nicht, bis alles klar und sicher ist, sondern vertrauen wir und gehen wir los. Gott geht mit.

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