DBK-Vorsitzender Wilmer blickt zuversichtlich auf Synodalen Weg

"Wir werden noch etwas Zeit benötigen"

Die deutschen Bischöfe haben im Vatikan eine weitere Etappe des Reformprojekts Synodaler Weg beschritten. Einheit bedeute dabei nicht Uniformität, erklärt deren Vorsitzender Heiner Wilmer zur Rolle der Bischöfe in der Gesellschaft.

Neuer Bischof von Münster: Heiner Wilmer (dpa)
Neuer Bischof von Münster: Heiner Wilmer / ( dpa )

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zeigt sich zuversichtlich, dass es mit dem Reformprojekt Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland weitergeht. Bischof Heiner Wilmer hatte kürzlich der Römischen Kurie die Satzung für eine künftige Synodalkonferenz zur Anerkennung vorgelegt.

"Themen in Rom vorgebracht"

Papst Leo XIV. empfängt Bischof Heiner Wilmer / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Bischof Heiner Wilmer / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

"Ich habe diese Themen jetzt in Rom vorgebracht. Wir werden schon noch etwas Zeit benötigen, aber ich bin grundsätzlich zuversichtlich, dass es weitergeht", sagte der Hildesheimer Bischof im Interview der Woche des Deutschlandfunks, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. 

Die Bischöfe hatten im Februar dieser Satzung zugestimmt. In dem neuen Gremium wollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Im November hatte die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) der Satzung zugestimmt. 

Starke Bedenken in Rom

Der Vatikan muss den Plan absegnen, bevor es losgehen kann. Die geplante Synodalkonferenz ist ein Ergebnis des Synodalen Wegs, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht. Die Bischofskonferenz war beim Umgang mit diesem Projekt in den vergangenen Jahren gespalten. 

Vier konservative Bischöfe hatten sich daraus zurückgezogen. In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken. Der Vatikan mahnte, dass die Entscheidungsbefugnis jedes einzelnen Bischofs für sein Bistum nicht aufgehoben werden dürfe. 

"Einheit heißt nicht Uniformität" 

Mit Blick allgemein auf unterschiedliche Positionierungen von Bischöfen in Deutschland sagte Wilmer, dass eine Einheit unter den Bischöfen aus seiner Sicht nicht Uniformität bedeute. Und es heiße auch nicht, "dass alle exakt das Gleiche denken müssen und die gleiche Perspektive einschlagen". 

Es gehe darum, gemeinsam in der deutschen Gesellschaft unterwegs zu sein "im Sinne Jesu, im Sinne des Herrn, und dass wir gemeinsam an der Seite der Menschen sind und Menschen hier in der Bundesrepublik Deutschland begleiten, nicht nur die Katholiken und Christen, sondern überhaupt ein Herz haben für alle, die hier leben", erklärte Wilmer. 

Der 64-Jährige, der seit 2018 Bischof von Hildesheim ist, war Ende Februar zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Künftig steht er an der Spitze des Bistums Münster. Wilmers Amtseinführung ist für den 21. Juni geplant. 

Synodalkonferenz

Die Synodalkonferenz ist ein neues nationales Gremium der katholischen Kirche in Deutschland. Geplant ist, dass diesem Gremium die 27 Ortsbischöfe, 27 Vertreterinnen und Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sowie 27 weitere Katholikinnen und Katholiken angehören.

Synodaler Weg (Symbolbild) / © Andreas Oertzen (KNA)
Synodaler Weg (Symbolbild) / © Andreas Oertzen ( KNA )
Quelle:
KNA