In Australien bringt der großohrige Bilby die Ostereier

"Es ist auch ein Traum, hier zu sein"

Bernhard Horstmann ist seit vier Monaten Pfarrer zweier deutscher Gemeinden in Australien. Im Interview erzählt er, wie dort Ostern gefeiert wird und welche Eindrücke er aus dem Gemeindeleben am anderen Ende der Welt gewonnen hat.

Autor/in:
Carsten Döpp
In Australien verschenkt man die langohrigen Bilbys aus Schokolade und keine Hasen. / © Haighs Easter Bilby Nicole Kearney (Wikimedia Commons)
In Australien verschenkt man die langohrigen Bilbys aus Schokolade und keine Hasen. / © Haighs Easter Bilby Nicole Kearney ( )

DOMRADIO.DE: Sie sind Pfarrer der Gemeinde St. Christophorus in Sydney und der Gemeinde St. Raphael in Blacktown. Wie feiern Sie dort Ostern?

Bernhard Horstmann (Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinden in Sydney und Blacktown): Wir feiern Ostern genauso, wie man das in Deutschland macht. Es gibt aber so ein paar Dinge die hier im Vergleich zu Deutschland anders sind.

DOMRADIO.DE: Ja? Was denn?

Horstmann: Die Menschen haben lange Anfahrtswege, von einer halben Stunde bis anderthalb Stunden. Sie fahren mit dem Auto durch die ganze Stadt. Hier gibt es keine Parkplätze vor der Kirche, weshalb sie in den Wohngebieten nach Parkplätzen suchen müssen. Und nach der Messe müssen sie auch wieder nach Hause fahren. 

Bernhard Horstmann, Auslandspfarrer in Australien

"Das sind schon sehr tolle Gottesdiensterfahrungen. Das berührt mich sehr."

Die Gläubigen nehmen solche Strecken bewusst in Kauf, weil ihnen der Gottesdienst wichtig ist. Ich nenne unsere Gemeinden Entscheidungsgemeinden. Sie haben sich nicht wegen der Tradition für das Gemeindeleben entschieden, sondern ganz bewusst wegen des Glaubens. Das sind schon sehr tolle Gottesdiensterfahrungen. Das berührt mich sehr.

DOMRADIO.DE: Ich habe gelesen, in Australien bringt nicht der Osterhase die Eier, sondern der heimische Bilby. Naturschutzkampagnen förderten den Oster-Bilby ab den 1990er Jahren als Alternative zum Osterhasen, seitdem werden auch Schoko-Bilbys in Australien verkauft. Warum denn keine Kaninchen oder Hasen?

Horstmann: Hasen kommen in Australien ursprünglich nicht vor. Man hat sie im 19. Jahrhundert nach Australien gebracht. Weil sie keine Fressfeinde hatten, konnten sie sich stark vermehren. Sie gelten in Australien als Schädlinge und als ein Problem. 

Ayers Rock, eines der Wahrzeichen Australiens / © eo Tang (shutterstock)
Ayers Rock, eines der Wahrzeichen Australiens / © eo Tang ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Sie kommen aus der Nähe von Osnabrück und sind seit über 30 Jahren katholischer Priester. Seit vier Monaten sind Sie Auslandsseelsorger in Sydney. Wie haben Sie sich eingelebt?

Horstmann: Mir gefällt es sehr gut. Es ist auch ein Traum, hier zu sein. Ich bin jetzt 61 und in der letzten Phase meines aktiven Schaffens. Noch mal so ein pastorales Abenteuer zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Das finde ich gut.

Das Interview führte Carsten Döpp.

Quelle:
DR

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