Bischof Wilmer sieht Christen als tragende Säule der Gesellschaft

Unverzichtbar

Der neugewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat die Bedeutung von Christinnen und Christen für das Funktionieren des Landes betont. Sie seien eine wesentliche Stütze der Gesellschaft.

Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

"Gäbe es die Christen nicht mehr, bräche unsere Gesellschaft in sich zusammen", sagte Wilmer in einem Interview des Deutschlandfunks, das am Karfreitag veröffentlicht worden ist. Angesichts des Mitgliederrückgangs der katholischen Kirche lasse man sich "nicht Bange machen", so der scheidende Bischof von Hildesheim und künftige Bischof von Münster.

Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Heiner Wilmer, designierter Bischof von Münster / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

Im ersten ausführlichen Interview seit seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und der Ernennung zum Bischof von Münster sagte Wilmer: "Beide Wahlen haben mich sehr überrascht. Ich habe anfangs schon unruhig geschlafen. Inzwischen bin ich ruhig." Auch das Gespräch mit Papst Leo XIV. stimme ihn zuversichtlich, was die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland betrifft, erklärte er.

Das Evangelium ist Politik pur

Mit Blick auf seine Rolle in der Öffentlichkeit sagte der Bischof: "Ich kann nicht unpolitisch sein, ich bin ein durch und durch politischer Mensch, weil das Evangelium Jesu Christi Politik pur ist." Es gehe darum, "im Namen Gottes an der Seite der Menschen zu stehen, vor allem an der Seite jener, die schwach sind". Das bedeute aber nicht, dass seine Kirche sich in tagespolitische Debatten einmischen oder sich parteipolitisch äußern sollte. Das Evangelium sei politisch, und Gott sei politisch - "weil es ihm um das Heil aller Menschen geht und nicht nur um das Heil einer Elite, die sich auf schöne Inseln zurückzieht", betonte Wilmer.

Von der Bischofskonferenz stammt eine Erklärung mit dem Titel "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar". Darin hatten die Bischöfe ausdrücklich die AfD genannt und somit erstmals eine im Bundestag vertretene Partei als nicht wählbar für Christen bezeichnet.

Zur Legitimität des Krieges der USA und Israels gegen den Iran sagte Wilmer mit Blick auf die Rolle Israels: "Legitim ist auf jeden Fall, dass ein Land sich verteidigt." Zugleich sei die Frage berechtigt "inwieweit die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt" sei. Seine klare Bitte sei "Der Krieg muss aufhören, sofort." Zugleich gelte: "Unser christliches und katholisches Herz ist an der Seite der jüdischen Menschen, Israel hat ein Recht auf Existenz, unsere Solidarität ist bei allen Menschen, die leiden."

Quelle:
epd , KNA