In Jerusalem werden auch die orthodoxen Osterfeierlichkeiten von massiven Einschränkungen wegen des Nahostkriegs betroffen sein. Das erklärte die israelische Polizei laut dem Portal "Orthodox Times" (Freitag). Demnach steht fest, dass in Jerusalem nicht nur die katholischen und reformatorischen Gottesdienste ohne Gläubige stattfinden müssen, sondern auch die orthodoxen Feiern.
Das orthodoxe Osterfest findet wegen einer unterschiedlichen Kalenderzählung meist nach dem Termin der Westkirchen statt, in diesem Jahr liegt der Ostersonntag eine Woche später, am 12. April. Im Zentrum der Feiern steht die über 1.200 Jahre alte Liturgie des "Heiligen Feuers" in der Grabeskirche am orthodoxen Karsamstag (11. April). Dabei entzündet sich nach dem Volksglauben auf wundersame Weise eine Flamme in der als Grab Christi verehrten Kapelle.
Das Feuer wird anschließend an die Menschen in der Kirche und in den Altstadtgassen weitergereicht sowie mit Sonderflügen in verschiedene Länder gebracht. Tausende Gläubige drängen sich dabei gewöhnlich in und um die Grabeskirche. Dies wurde nun untersagt.
Gefahr durch Trümmerteile
Die israelische Polizei erklärte laut Bericht, die komplexe Sicherheitslage mache es notwendig, dass die Liturgien in einem symbolischen, eingeschränkten Rahmen stattfinden. Der Zugang für Kirchenvertreter zu den Heiligen Stätten sei sichergestellt. Sowohl die Religionsfreiheit als auch der Schutz von Personen blieben so gewahrt.
Die Polizei erinnerte daran, dass zuletzt auch Trümmerteile von Raketen oder Drohnen auf die Altstadt gefallen seien. Dies sei eine Gefahr für alle Gläubigen. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem zeigte sich in einer offiziellen Erklärung betroffen. Man nehme die Beschränkungen zur Kenntnis, werde aber nicht im Bemühen um den Erhalt der christlichen Präsenz, den Schutz der heiligen Stätten und der Religionsfreiheit nachlassen.
In der Erklärung wird auch auf die menschenunwürdige Lage der Bewohner von Gaza hingewiesen. Die wiederholten Angriffe von jüdischen Siedlern auf palästinensische Zivilisten und deren Eigentum im Westjordanland wird zugleich scharf verurteilt.