Hunderte Menschen bei ökumenischer Karfreitagsprozession in Berlin

Seit 2010 Schweigemarsch

Am Karfreitag erinnerten die Kirchen in Berlin mit öffentlichen Prozessionen und Kreuzwegen an den Tod Jesu Christi. Hunderte Menschen zogen schweigend von der Marienkirche am Alexanderplatz zur St.-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz.

Teilnehmer an der ökumenischen Karfreitagsprozession ziehen vor dem Neptunbrunnen von der St. Marienkirche zum Bebelplatz durch die Berliner Innenstadt..  / © Paul Zinken (dpa)
Teilnehmer an der ökumenischen Karfreitagsprozession ziehen vor dem Neptunbrunnen von der St. Marienkirche zum Bebelplatz durch die Berliner Innenstadt.. / © Paul Zinken ( dpa )

Der etwa ein Kilometer lange Weg führte von der evangelischen St. Marienkirche am Alexanderplatz zur katholischen St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an dem Schweigezug, an dessen Spitze ein drei Meter hohes grünes Kreuz getragen wurde.

Angeführt wurde die Karfreitagsprozession von Erzbischof Heiner Koch, seinem evangelischen Amtskollegen Bischof Christian Stäblein, dem griechisch-orthodoxen Bischof Emmanuel von Christoupolis und der Berliner Generalsuperintendentin Julia Helmke. An mehreren Zwischenstationen wurden aktuelle Leidensgeschichten vorgetragen, etwa von kriegsbedingten Traumata oder den Folgen sexualisierter Gewalt.

Mittelalterliche Kreuzwege

Die Berliner Karfreitagsprozession gibt es seit 2010. Sie knüpft an die Tradition der frühen mittelalterlichen Kreuzwege an. Als Kreuzweg wird der Leidensweg Jesu Christi durch Jerusalem vor seiner Hinrichtung durch die römischen Herrscher vor rund 2.000 Jahren bezeichnet.

Das Kreuz wird bei dem Rundgang traditionell abwechselnd von jeweils sechs Menschen unterschiedlicher christlicher Konfessionen getragen. In den vergangenen Jahren hatten sich ebenfalls Hunderte Menschen an der Prozession beteiligt. Auch an anderen Orten der Hauptstadtregion gab es am Karfreitag Prozessionen. So führte etwa eine evangelische Schweigeprozession durch die Potsdamer Innenstadt von der St. Nikolaikirche über sieben Stationen zur Nagelkreuzkapelle.

Karfreitag

Am Karfreitag gedenken die Christen des Leidens und Sterbens Jesu. Theologisch ist der Feiertag untrennbar mit Ostern als dem Fest der Auferstehung verbunden.

Das Wort "Kar" kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Kummer". Karfreitag gedenken Katholiken und Protestanten der Kreuzigung Jesu. Neben Aschermittwoch ist dies der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Buß- und Fasttag gilt.

Karfreitag ist ein stiller Feiertag (dpa)
Karfreitag ist ein stiller Feiertag / ( dpa )
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epd