Laut Umfrage zeigen sich viele Gläubige offen für digitale Kirchen

Von Online-Spenden bis zum digitalen Beichtstuhl

Dank QR-Codes, Online-Spenden und Streams gibt es inzwischen etliche digitale Möglichkeiten. Viele finden es einer repräsentativen Umfrage zufolge gut, wenn auch die Kirchen in der digitalen Welt mitmischen. Was kommt besonders gut an?

Illustration eines Gespräches mit dem KI-Jesus (Von einer KI erzeugtes Bild) / © Philipp Haslbauer (Immersive Realities Research Lab / HSL)

Viele Menschen in Deutschland begrüßen einer repräsentativen Umfrage zufolge die Nutzung von digitalen Technologien in Kirchen. 

Um die 70 Prozent sehen etwa QR-Codes zur Vermittlung von Informationen in Gotteshäusern positiv, wie der Digitalverband Bitkom am Mittwoch in Berlin mitteilte. 63 Prozent begrüßten demnach auch digitale Möglichkeiten, Geld zu spenden. Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland heiße Podcasts und Videos von Religionsgemeinschaften zu Lebensfragen gut.

Für die repräsentative Umfrage anlässlich der Osterfeiertage hat der Interessenverband von mehr als 2.200 Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft nach eigenen Angaben etwa 1.000 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt.

Digitale Terminbuchung für Seelsorge

Laut Bitkom sehen 59 Prozent zudem einen Nutzen in der digitalen Terminbuchung, etwa für Gespräche und Angebote rund um Seelsorge, Hochzeiten oder Trauerfeiern. Die Einrichtung eines digitalen Beichtstuhls werde von 23 Prozent der Bevölkerung für sinnvoll erachtet.

Eine Frau nimmt an einem Online-Gebet teil / © chayanuphol (shutterstock)
Eine Frau nimmt an einem Online-Gebet teil / © chayanuphol ( shutterstock )

Ein Altersunterschied zeigt sich dem Interessensverband zufolge bei der Frage nach Online-Streams von Gottesdiensten oder Feiern. 47 Prozent der über 65-Jährigen fänden dies konfessionsübergreifend sinnvoll, bei den unter 30-Jährigen seien es 37 Prozent.

"Niedrigschwellige Zugänge"

"Interesse gibt es vor allem dort, wo digitale Lösungen praktisch helfen und niedrigschwellige Zugänge schaffen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Zu Ostern zeige sich, dass Tradition und Technologien für viele Menschen sehr gut zusammenpassten. Wenn Kirchen und Gemeinden Informationen leichter zugänglich machten, Spenden vereinfachten oder Termine digital anböten, treffe das auf breite Zustimmung.

Was ist Künstliche Intelligenz?

Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) wurde vor mehr als 60 Jahren geprägt durch den US-Informatiker John McCarthy. Er stellte einen Antrag für ein Forschungsprojekt zu Maschinen, die Schach spielten, mathematische Probleme lösten und selbstständig lernten. Im Sommer 1956 stellte er seine Erkenntnisse anderen Wissenschaftlern vor. Der britische Mathematiker Alan Turing hatte sechs Jahre zuvor bereits den "Turing Test" entwickelt, der bestimmen kann, ob das Gegenüber ein Mensch ist oder eine Maschine, die sich als Mensch ausgibt.

Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser (shutterstock)
Symbolbild Künstliche Intelligenz / © maxuser ( shutterstock )
Quelle:
KNA