In seiner Predigt am Mittwoch in der Karwoche im Kölner Dom erinnerte Dompropst Assmann an den Abschnitt aus dem Matthäusevangelium, der von der Passion Jesu berichtet. Er betonte, dass dieser Abschnitt in dieser Karwoche bereits zum zweiten Mal verkündet werde und insbesondere die Rolle des Judas Iskariot als Verräter hervorgehoben werde. Assmann erklärte, dass das bevorstehende Paschamahl, das Jesus gemeinsam mit seinen Jüngern feiern wollte, eine tiefe Bedeutung habe. Es erinnere an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und ihre Befreiung aus der Sklaverei. "Wir sind heute frei, weil unsere Vorfahren befreit worden sind", zitierte Assmann die Jünger.
Ebenso wie die Israeliten damals seien auch die Jünger Jesu auf dem Weg in die Freiheit, wenn auch nicht aus einer irdischen, sondern aus einer geistlichen Gefangenschaft. "Der Übergang ist nicht leicht", betonte Assmann, doch Gott habe den Israeliten damals beigestanden und werde auch den Christen in den "Heiligen Drei Tagen" beistehen. Schließlich verwies Assmann darauf, dass die Christen heute mit Jesus in den Abendmahlsaal ziehen, den Kreuzweg mit ihm gehen und dann das Osterfest feiern würden. "Der Tod hat nicht das letzte Wort", so Assmann, "gehen wir in die Heiligen Drei Tage hinein in der Hoffnung, dass auch wir von der Freude über die Erlösung erfüllt werden."