Kardinal Marx fordert mehr Anstrengungen zur Beendigung von Kriegen

Schweigen der Waffen ermöglichen

Die Folgen der aktuell tobenden Kriege sind noch lange nicht absehbar, warnt der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Deshalb müsse alles getan werden, um ein Schweigen der Waffen zu erreichen, mahnte er im Liebfrauendom.

Kardinal Reinhard Marx / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Kardinal Reinhard Marx / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat zu einem Ende der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine aufgerufen. "Das Wichtigste im Krieg ist die Beendigung des Krieges, einen Weg zu finden, ihn zu beenden", sagte Marx in seiner Predigt zum Palmsonntag im Münchner Liebfrauendom.

Der Erzbischof von München und Freising appellierte an die Verantwortlichen, alles zu versuchen, um ein Schweigen der Waffen zu ermöglichen. Sie sollten daraufhin versuchen, miteinander zu reden und schauen, wie eine friedliche Koexistenz erreicht werden könne – "und vielleicht, in Generationen, auch eine Versöhnung". Christinnen und Christen seien dabei besonders gefragt.

"Jesus, der Friedensfürst"

Am Palmsonntag wird an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Marx sprach von einem wunderbaren Bild, denn Jesus reite auf einem Esel in die Stadt: "Ein Friedensfürst zieht ein – nicht ein Kriegsheld." Wie die Welt sei auch die Bibel voller Gewalt. Aber das Ziel, auf das alles zulaufe, sei nicht der Krieg, sondern der Frieden.

"Kriege hat es immer gegeben, wir haben sie vielleicht übersehen", fügte Marx hinzu: "Aber jetzt sehen wir die schrecklichen Bilder des Krieges in der Ukraine – und der ganze Nahe Osten steht in Flammen." Die Folgen seien kaum abzuschätzen. Zu rechnen sei mit noch mehr Hass, Gewalt und Abrechnung über Generationen hinweg.

Quelle:
KNA