Papst Leo XIV. ist von seiner Tagesreise ins Fürstentum Monaco zurückgekehrt. Sein Helikopter, wie immer eine Leihgabe der Republik Italien, landete am Samstag gegen 19.00 Uhr nach etwa 90-minütigem Flug auf dem Hubschrauberlandeplatz im Vatikan.
Danach veröffentlichte der Vatikan ein Telegramm des Papstes an Fürst Albert II. und seine Familie, die Regierung und "das geliebte Volk von Monaco". Darin dankt er für den herzlichen Empfang während seiner Apostolischen Reise. Er bete für Frieden, Stärke und göttlichen Segen für das Land, so Leo XIV.
Reichtum verpflichtet
Reichtum verpflichtet, und Geld ersetzt weder Hoffnung noch Glauben, so die zentralen Botschaften des Papstes während seines rund neunstündigen Besuchs in dem Fürstentum am Mittelmeer. Das zweitkleinste Land der Welt nach dem Vatikan ist zugleich das wohl reichste – jeder dritte Einwohner ist Millionär. Mehr als 80 Prozent der 38.500 Monegassen sind außerdem katholisch, angefangen mit der Fürstenfamilie der Grimaldis.
Nach der Landung per Hubschrauber am Morgen wurde Leo durch Albert II., Fürstin Charlène und ihre Kinder Gabriella und Jacques begrüßt. Nach einer privaten Unterredung der beiden Staatsoberhäupter im Fürstenpalast traten sie auf den Balkon. Vor einer jubelnden Menge dankte Albert dem Papst für seinen Besuch und würdigte die jahrhundertelangen Beziehungen des Fürstentums zur katholischen Kirche. Monaco zählt zu den wenigen Ländern, in denen der katholische Glaube Staatsreligion ist.
Wohlstand muss Gerechtigkeit schaffen
Anschließend wandte sich Leo XIV. auf Französisch an die Menschen: Ein lebendiges geistliches Erbe verpflichte die Bewohner Monacos, ihren Wohlstand für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen. Dies gelte besonders in einem Moment der Geschichte, "in dem die Zurschaustellung von Macht und die Logik des Machtmissbrauchs der Welt Schaden zufügen und den Frieden gefährden".
Die vielfältige Zusammensetzung der Bevölkerung aus rund 150 Nationen mache Monaco zu einem Mikrokosmos, zu dessen Wohlergehen eine lebendige Minderheit Einheimischer und eine Mehrheit von Bürgern aus anderen Ländern der Welt beitrügen, lobte er aber auch.
Viele hätten einflussreiche Positionen im Wirtschafts- und Finanzbereich. "Hier zu leben, stellt für einige ein Privileg dar und für alle eine besondere Aufforderung, sich nach dem eigenen Platz in der Welt zu fragen", unterstrich der Papst. "In Gottes Augen empfängt man nichts ohne Grund!"
Ein Reich von Brüdern und Schwestern
Der katholische Glaube verpflichte die Monegassen dazu, "in der Welt ein Reich von Brüdern und Schwestern zu bilden, nicht zu unterdrücken, sondern aufzurichten, nicht zu trennen, sondern zu verbinden".
Bei einer Begegnung mit Katholiken in der Kathedrale Notre-Dame Immaculée sprach der Papst auch das Thema Lebensrecht an. "Bringt allen das Licht des Evangeliums, damit das Leben jedes Mannes und jeder Frau von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende verteidigt und gefördert wird."
Gegen Verlockungen des Internets
Bei seiner dritten Station warnte er vor der Kirche Sainte-Dévote vor rund 3.000 Jugendlichen – jeder Vierte in Monaco ist unter 25 Jahre alt – vor oberflächlichen Beziehungen und trügerischen Verlockungen des Internets.
Nur durch die Liebe zu Gott und den Mitmenschen finde man Frieden und fülle sich die innere Leere, "nicht mit materiellen und vergänglichen Dingen, auch nicht mit der virtuellen Zustimmung Tausender von 'Likes' oder mit konditionierenden, künstlichen, manchmal sogar gewalttätigen Zugehörigkeiten".
Messe mit 15.000 Teilnehmern
Höhepunkt des Tagesbesuchs war eine Messe im Stadion des AS Monaco. Nach einer ausgiebigen Runde mit dem Golfcart zur Begrüßung der rund 15.000 Besucher rief der Papst dazu auf, sich von "Götzen" zu befreien: "vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde". Stattdessen erlöse Barmherzigkeit die Menschheit.
Neben einem Appell für den Frieden in der Welt unterstrich Leo auch im Stade Louis II den Lebensschutz. Das ungeborene und hilfsbedürftige Leben gelte es stets anzunehmen und zu umsorgen.
Die Menschen in Monaco bereiteten dem Kirchenoberhaupt, das sich teils im offenen Papamobil durch die Straßen bewegte, einen begeisterten Empfang. Am nächsten Tag beginnen mit dem Palmsonntag die Feierlichkeiten zur Karwoche, die für Leo XIV. zahlreiche Termine bereithalten.