Theologe Tück warnt vor religiöser Gleichgültigkeit

"Eine Herausforderung für die Kirche"

Der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück warnt vor religiöser Gleichgültigkeit. Apatheisten stellten für die Kirche eine Herausforderung dar, da sie keine Resonanz zeigten. Dennoch bleibt der Mensch laut Tück auf Transzendenz hin angelegt.

Symbolbild: Leere Kirchenbank / © Julia Steinbrecht (KNA)
Symbolbild: Leere Kirchenbank / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück sieht in religiöser Gleichgültigkeit ein Problem für die Kirche. Im Podcast "Communicatio" der Zeitschrift "Communio" sagte Tück: "Atheisten sind Leute, die klar sagen, es ist klar, dass Gott nicht existiert. Apatheisten sind Leute, die sagen, es ist mir völlig gleichgültig, ob Gott existiert oder nicht. Er spielt für meine Lebensführung keine Rolle." 

Prof. Dr. Jan-Heiner Tück (privat)
Prof. Dr. Jan-Heiner Tück / ( privat )

Gerade diese Gleichgültigkeit stelle eine Herausforderung für die Kirche dar. "Die Herausforderung ist die, dass es keine Resonanzflächen gibt", so Tück. Religiös Gleichgültige seien "zunächst nicht ansprechbar".

Atheist sei ein "Glücksfall"

Demgegenüber könne selbst der Atheismus produktiv sein. Tück verweist auf eine Aussage des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Kasper: "Ein echter, waschechter Atheist ist eigentlich ein Glücksfall für einen Theologen." Denn: "Hier wird Gott bestritten und dadurch, dass er bestritten wird, auch noch mal präsent gehalten."

Kardinal Walter Kasper / © Francesco Pistilli (KNA)
Kardinal Walter Kasper / © Francesco Pistilli ( KNA )

Daher wendet sich Tück gegen eine resignative Haltung der Theologie. Die Aufgabe der Kirche bestehe weiterhin darin, "die Sinnangebote des Glaubens kreativ und gut und adressatensensibel einzuspielen". Die Annahme, dass der Mensch auf Transzendenz hin angelegt sei, sei weiterhin tragfähig. Es wäre eine "falsche Schlussfolgerung", diese Perspektive vorschnell aufzugeben.

Quelle:
KNA