Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester ist wieder in die evangelische Kirche eingetreten. Wie der SPD-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe) sagte, habe er diesen Schritt nach rund drei Jahren innerer Auseinandersetzung Anfang des Jahres vollzogen.
In jungen Jahren sei er aus der Kirche ausgetreten, nachdem er Probleme mit ihr gehabt habe. Die Erfahrungen im Gemeindeleben der vergangenen Jahre hätten jedoch ein Umdenken ausgelöst und zu einer erneuten Annäherung geführt. Auch Gespräche mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, hätten ihn bestärkt, ein "positives Zeichen" zu setzen.
Als Politiker brauche er "ein stabiles Wertegerüst, auf das ich meine Entscheidungen stütze", erläuterte Burmester. Im Laufe der Zeit habe er zunehmend Übereinstimmungen mit der Kirche festgestellt. Zudem nehme er wahr, "wie viel Gutes sie tut", und schätze die persönliche Reflexion im Gottesdienst.
Eintritt für touristischen Dombesuch "gerechtfertigt"
Den geplanten Eintritt für touristische Besuche in den Kölner Dom hält Burmester für "gerechtfertigt". Gleichzeitig verwies er auf den Spannungsbogen zwischen der offenen Zugänglichkeit von Kirchen und den steigenden Kosten für den Erhalt des Weltkulturerbes.
Das Domkapitel hatte Anfang März angekündigt, ab der zweiten Jahreshälfte Eintritt für touristische Besuche zu erheben. Für Gottesdienstbesucher und Betende soll der Zugang weiterhin kostenfrei bleiben. Ein konkretes Modell sowie die Höhe eines möglichen Eintrittspreises stehen bisher nicht fest.