Predigten

Predigt von Domkapitular Bosbach im Kapitelsamt am fünften Fastensonntag

In unserer Zeit würden der "Tod und auch das Sterben oft verdrängt", so Domkapitular Markus Bosbach in seiner Predigt. Das Evangelium vom Sonntag erzählt, wie Jesus Lazarus wieder ins Leben ruft. Vielen falle es schwer, überhaupt noch Zugang zur Erweckung des Lazarus zu finden. Das auf den ersten Blick Unverständliche diene indes wie ein Stolperstein dazu, einen "auf das unbedingt Neue" zu stoßen, so Bosbach. 

Jesus Antwort angesichts des Todes von Lazarus laute: "Das leibliche Sterben, der Tod des Körpers, hat mit tot sein nichts zu tun". Wenn jedoch das Sterben nicht gleichbedeutend mit dem Tod sei, dann sei auch lebendig sein nicht gleichbedeutend mit dem Leben, führt Domkapitular Bosbach aus. Einer, der auf der Straße ginge, könne demnach toter sein als einer, der auf dem Friedhof liegt. "Was ist dann aber Leben, was ist Tod?" fragt Bosbach in den Kölner Dom hinein.

Jesu Antwort darauf sei: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." Das hieße "wer mit Gott in Beziehung ist, hat die Grenze schon lägst überschritten". Die Toten gingen nicht verloren. Jesus habe dafür sein Leben hingegeben. Diese Antwort Jesu auf das "Rätsel des Todes" nehme nicht jede Angst vor dem Tod, aber doch "die Grundangst, dass ich verloren gehe könnte". Das mache vieles im Leben leichter und könne eine gewisse Gelassenheit schenken, schließt Domkapitular Bosbach seine Predigt.