In der Kapitelsmesse im Kölner Dom hat Weihbischof Dominikus Schwaderlapp betont, dass das christliche Leben im Kern von der Liebe geprägt sein müsse. Wer die Liebe wirklich lebe, für den würden viele andere Fragen in den Hintergrund treten. Ausgangspunkt sei das Gebot, Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, das alle Gebote in sich vereine. Schwaderlapp hat dabei an ein Wort des heiligen Augustinus erinnert: "Liebe und tu, was du willst." Dieses bedeute jedoch nicht Beliebigkeit, sondern dass ein Mensch, der wirklich liebe, seine Taten von dieser Liebe bestimmen lasse.
In der Begegnung mit anderen beginne Liebe damit, den Menschen anzunehmen. Das gelte auch für den Umgang mit sich selbst. Mit Blick auf schweres Leid sagte der Weihbischof: "Ich denke jetzt gerade an Menschen, die viel leiden müssen, die vielleicht eine chronische Krankheit haben, die fortschreitet." Das sei etwas sehr Herausforderndes, so Schwaderlapp. Und das anzunehmen, falle sicher nicht leicht. Als Beispiel erinnerte der Weihbischof an einen Freund, der fast sein ganzes Leben lang an Multipler Sklerose gelitten habe und dennoch bis zuletzt habe lächeln können - ein Zeichen dafür, dass auch schweres Leid im Vertrauen auf Gott angenommen werden könne.