Kurz vor dem 100. Todestag Antoni Gaudís zieht der aktuelle Chefarchitekt der Sagrada Família in Barcelona ein positives Zwischenfazit zum Fortgang der Arbeiten. Auf die Frage, wie das katalanische Genie reagieren würde, wenn es heute vor seinem weltberühmten Meisterwerk stünde, antwortete Jordi Faulí im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA):
"Er würde dieses Projekt dank des Einsatzes so vieler Menschen zufrieden anerkennen." Faulí ist – in der Nachfolge Gaudís – seit 2012 federführend für die Bauarbeiten an der noch unvollendeten Kirche verantwortlich.
"Wir arbeiten absolut treu nach seinen Plänen", versicherte der 66-Jährige. Dem Meister sei klar gewesen, dass er dieses Projekt mit 18 Türmen und drei großen Fassaden zu Lebzeiten nicht werde abschließen können. Doch dank detaillierter Pläne, Modelle und Beschreibungen sei es möglich, die ursprüngliche Idee exakt umzusetzen.
Wichtiger Zwischenschritt am 10. Juni
Ein wichtiger Zwischenschritt erfolgt am 10. Juni – pünktlich zu Gaudís Todestag: Dann wird im Beisein von Papst Leo XIV. der mit 172,5 Metern höchste Kirchturm der Welt feierlich eingeweiht, der die Sagrada Família krönt.
Wie lange es noch bis zur endgültigen Fertigstellung der Basilika dauern könnte, will Faulí indes nicht sagen: "Ein konkretes Jahr kann ich nicht nennen. Die Zukunft kennt nur Gott." Auch das entspreche letztlich der Herangehensweise Gaudís. Dieser sei zwar ein "vollkommener Architekt" gewesen und habe alles bedacht. Um die Dauer der Arbeiten habe er sich aber keine Sorgen gemacht. "Er sagte damals schon voraus: Es werden Leute aus aller Welt kommen, um zu sehen, was wir hier machen."