Für Jesus sein

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Überall in den Gärten sieht man die Leute herumwuseln und ihren Garten frühlingsschön machen. Da werden dürre Gräser und Zweige abgeschnitten, die trockenen Blüten vom letzten Jahr und die Wassertriebe an den Bäumen, neue Blumen gepflanzt oder ausgesät und so weiter und so fort. Weil das schöne Wetter einfach lockt und wir Lust haben, draußen zu sein und endlich wieder bunte Blüten zu sehen, die langsam aber sicher überall aufsprießen. Meine Brüder sind Gärtner und von ihnen habe ich gelernt, dass zu warten in diesem frühen Frühling einfach klüger ist. Viele Dinge, die wir jetzt abschneiden, treiben fröhlich neu und wenn dann noch Frost kommt, was hier in der Gegend nicht so selten ist, dann erfrieren die frischen Triebe und alle Mühe war umsonst.

Ich gebe gerne zu, dass mir in manchen Situationen das Warten echt schwerfällt. Wir sind in der dritten Woche der Fastenzeit und es ist gefühlt noch ewig hin bis zum Osterfest. Eigentlich wären wir doch schon vorbereitet dafür, oder? Bei der scheinbar langen Zeit der Fastenzeit gerät schon mal aus dem Sinn, worum es in dieser Zeit geht. Im Abschnitt aus dem Lukasevangelium heute gibt es einen sehr prägnanten Schlusssatz: Jesus erklärt den Leuten, die ein Wunder von ihm nicht als göttlich anerkennen wollen und sagt: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut." Oh, das ist mehr als deutlich. Es geht nicht nur um freundlich kleine Aktivitäten, damit mein Glaube frisch aufblüht und mein Christsein wach bleibt. Es geht um knallharte Entscheidung für oder gegen Jesus und das, was er vom Reich Gottes verkündet.

Für Jesus sein heißt immer auch für die Menschen sein, die Gottes Kinder sind und mit allen, egal wo sie herkommen, welche Religion oder Hautfarbe sie haben, in Frieden zu leben. Und alles und jedes, was dem entgegensteht, das sammelt nicht in Jesu Sinn, sondern zerstreut. Für Jesus sein und mit ihm Menschen für sein Reich gewinnen ist unsere Aufgabe, egal was und wie und wo wir leben und arbeiten. Nicht mehr und auch nicht weniger, damit die Botschaft Jesu immer frisch austreiben kann und keinem Glaubensfrost zum Opfer fällt.

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