Im Podcast "Blick in die Bibel" schwärmt Pfarrer Ekkehard Schmid von Johannes dem Täufer: "Er ist kein absoluter Vorläufer, sondern zeigt, dass auch Propheten unvollkommen sind – und trotzdem konsequent." Schmid liebt direkte Worte und Lösungsorientierung, etwa als Dekan, wo er immer wieder improvisieren muss.
Im Bibeltext aus dem Johannesevangelium provoziert Jesus mit "Bevor Abraham war, bin ich". Die Juden werfen ihm vor, von einem Dämon besessen zu sein – für sie ist seine göttliche Anspruchshaltung Gotteslästerung. Pfarrer Schmid erklärt, dass das Johannesevangelium Jesus als präexistenten Sohn Gottes zeigt, der alles weiß.
Hört rein, um zu verstehen, warum Jesus‘ Worte damals wie heute polarisieren – und was wir von Johannes dem Täufer lernen können!
Aus dem Johannesevangelium:
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist es, der mich verherrlicht, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel. (Joh 8,51-59)
(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)