In seiner Predigt in der Kapitelsmesse im Kölner Dom hat Dominikus Schwaderlapp erklärt, dass Jesu Wort aus dem Evangelium richtig eingeordnet werden müsse. "Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen." Damit beschreibe Christus den Übergang von der Zeit der Verheißung im Alten Bund zur Erfüllung durch seine Ankunft und schließlich zur Vollendung, die noch ausstehe.
Der Alte Bund mit seinen Geboten und dem Tempelkult habe die Sehnsucht des Volkes nach Erlösung ausgedrückt und den Blick auf Gott geöffnet. In Christus habe sich diese Sehnsucht erfüllt: Sein Opfer als "Lamm Gottes" mache weitere Opfer überflüssig. Schwaderlapp zitierte zudem die eucharistische Liturgie und erinnerte daran: "Immer wieder hast du deine Propheten gesandt, um das Volk zu lehren, das Heil zu erwarten."
Zugleich sei Gottes Gegenwart nicht mehr auf den Tempel beschränkt, sondern bleibe in der Welt, besonders in der Eucharistie und in den Tabernakeln. Deshalb sei die Welt niemals gottlos. Die Gläubigen seien nicht bloß Zuschauer der Erlösung, sondern zur Teilhabe berufen. Versöhnung sei von Christus erwirkt, müsse aber angenommen werden. Orientierung gäben weiterhin die Gebote; zugleich verweise die Eucharistie auf Christi bleibende Gegenwart: "Das ist mein Leib, das ist mein Blut."