Vatikan gründet internationales Netzwerk für Nachhaltigkeit

Expertise aus aller Welt

Spätestens seit der Umweltenzyklika von Papst Franziskus steht das Thema Nachhaltigkeit weit oben auf der Agenda des Vatikans. Nun soll eine globale Allianz ganz konkrete Schritte für den Klimaschutz entwickeln.

Papst Leo XIV. steht an einem Teich bei der Einweihung des Nachhaltigkeitszentrums "Borgo Laudato Si" am 5. September 2025 in Castel Gandolfo. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. steht an einem Teich bei der Einweihung des Nachhaltigkeitszentrums "Borgo Laudato Si" am 5. September 2025 in Castel Gandolfo. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der Vatikan holt sich beim Thema Nachhaltigkeit wissenschaftliche Expertise aus aller Welt ins Boot: Am 9. und 10. März wird in den Päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo eine Globale Allianz für Integrale Ökologie gegründet, wie der Vatikan am Freitag ankündigte. Träger des internationalen Netzwerks für Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind das Päpstliche Bildungszentrum "Laudato Si" in Castel Gandolfo und die katholische Universität Notre Dame (US-Bundesstaat Indiana).

Blick auf die Päpstlichen Gärten "Borgo Laudato Si" am 2. September 2025 in Castel Gandolfo. / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Blick auf die Päpstlichen Gärten "Borgo Laudato Si" am 2. September 2025 in Castel Gandolfo. / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Bei der zweitägigen Auftaktveranstaltung sind mehr als 60 Universitäten aus Europa, Asien, Amerika und Afrika sowie Führungskräfte internationaler Organisationen vertreten, hieß es. Ziel der Globalen Allianz sei, konkrete Schritte für den Klimaschutz zu entwickeln. Richtschnur sei die 2015 veröffentlichte Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus (2013-2025) und die Soziallehre der Kirche.

Glaube, Wissenschaft, soziale Gerechtigkeit

Zu den erwarteten Ergebnissen gehören die Einrichtung thematischer Arbeitsgruppen zur Entwicklung von Forschungsagenden und Bildungsangeboten sowie die Stärkung der katholischen Präsenz und ihres Beitrags zum internationalen Nachhaltigkeitsdialog, so der Vatikan. Durch die Verbindung von Glaube, Wissenschaft und sozialer Gerechtigkeit sollen Umweltzerstörung und ökologische Ungleichheit bekämpft werden.

"Die Globale Allianz ist als gemeinsamer Weg der Hoffnung entstanden, der Wissenschaft, Gemeinschaften und Glauben zusammenbringt, um die Schöpfung zu bewahren", sagte Kardinal Fabio Baggio, Generaldirektor des "Laudato Si"-Zentrums und Mitgründer der Allianz. "Sie will die Schwächsten schützen und gemeinsam eine nachhaltige und gerechte Zukunft gestalten, die jeden Menschen achtet." 

Enzyklika "Laudato si"

Klimawandel, Artenvielfalt, Trinkwasser: Diese Themen bestimmen die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Er wendet sich damit an "alle Menschen guten Willens" - und erklärt, warum eine ökologische Umkehr auch soziale Gerechtigkeit bedeutet. Papst Franziskus hat die reichen Industrienationen zu einer grundlegenden "ökologischen Umkehr" aufgefordert, um globale Umweltzerstörung und Klimawandel zu stoppen.

Deutsche Ausgabe der Enzyklika "Laudato si" / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Deutsche Ausgabe der Enzyklika "Laudato si" / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA