Eine neue Auswertung der Staatsanwaltschaft wirft der katholischen Kirche im US-Bundesstaat Rhode Island jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Wie die "New York Times" berichtet, handelt es sich um die Ergebnisse einer 2019 begonnenen Untersuchung, die einen Zeitraum von 75 Jahren umfasst.
Demnach wurden mehr als 300 Opfer gezählt. Die zuständige Diözese Providence hatte den Ermittlern Tausende Seiten Unterlagen zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Fälle war schon zuvor bekannt.
Vorwurf der Untätigkeit
Die Generalstaatsanwaltschaft des nördlich von New York gelegenen Bundesstaates wirft den Verantwortlichen vor, nichts gegen den Missbrauch unternommen zu haben. Beschuldigte Priester seien nicht aus dem Dienst entfernt, sondern in neue Pfarreien versetzt worden. "So viel Leid und Schaden hätte vermieden werden können", so das Fazit der Untersuchung.
In einer Stellungnahme räumte das Bistum Providence "schwerwiegende Fehler" bei der Behandlung früherer Missbrauchsfälle ein. Zugleich verwies es auf bereits in den vergangenen Jahren eingeführte Schutzmaßnahmen, die sich als "überwältigend wirksam" erwiesen hätten.