Obdachlosenzeitung "fiftyfifty" möchte Verkaufen und keine Almosen

"Nehmt das Heft bitte einmal im Monat"

Viele Menschen stecken den Obdachlosen, die eine Straßenzeitung verkaufen, einfach ein paar Münzen zu. Die Zeitung wollen sie aber nicht haben. Das hat verheerende Folgen, warnen die Herausgeber von "fiftyfifty".

Obdachloser Mann / © AndriiKoval (shutterstock)

Die Düsseldorfer Obdachlosen-Zeitung "fiftyfifty" schlägt Alarm, weil zu viele Menschen den Verkäufern lediglich etwas Geld zustecken und nichts zu lesen haben wollen. "Auf diese Weise geht 'fiftyfifty' kaputt", erklärte die Initiative am Dienstag.

Ein Mann bietet eine Ausgabe der Straßenzeitung "fiftyfifty" an. / © Madita Steinre (KNA)
Ein Mann bietet eine Ausgabe der Straßenzeitung "fiftyfifty" an. / © Madita Steinre ( KNA )

"Im Januar lag die verkaufte Auflage mit nur 12.000 Exemplaren so niedrig wie nie." Werde weiterhin so wenig abgesetzt, müsse man "fiftyfifty" irgendwann einstellen: "Bitte kaufen Sie die Zeitung. Nehmen Sie sie mit, lesen Sie sie."

"fiftyfifty"-Verkäuferin Sandra

"Die Zeitung ist unser Schutz, unsere Hilfe, wir brauchen sie."

Die "fiftyfifty"-Verkäuferin Sandra wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "Leute, nehmt das Heft bitte einmal im Monat. Beim zweiten Mal könnt ihr ja gerne spenden. Die Zeitung ist unser Schutz, unsere Hilfe, wir brauchen sie."

Projekte wie "Housing First" oder tiermedizinische Hilfe für Straßenhunde würden dadurch aufrechterhalten, hieß es. Das Projekt gibt es seit 1995 als gemeinnützigen Verein zur Unterstützung von Obdachlosen im Raum Düsseldorf. Die Straßenzeitung kostet 2,80 Euro, die Hälfte geht an die obdachlosen Menschen, die sie verkaufen.

Straßenzeitung "fiftyfifty"

Die Straßenzeitung „fiftyfifty“ ist ein Projekt der gleichnamigen, gemeinnützigen Organisation „fiftyfifty“ im Großraum Düsseldorf. Die Zeitung erschien erstmals im April 1995. Initiatoren waren die Armen-Brüder des heiligen Franziskus. Das Zeitungsprojekt soll wohnungslosen Menschen helfen, ein eigenes, kleines Einkommen zu erhalten. Gleichzeitig lernen die Teilnehmer, selbst auf Risiko zu investieren, indem sie jedes einzelne Heft selbst einkaufen. Inhaltlich stehen menschliche Nöte aller Art im Zentrum der Zeitung.

(DR/09.11.2020)

Stapel Zeitungen / © Billion Photos (shutterstock)
Quelle:
KNA