Israel bringt antike Jesaja-Rolle vor Krieg in Sicherheit

Prunkstück des Israel Museums

Die 2.100 Jahre alte Schriftrolle mit dem Text des Propheten Jesaja aus den Höhlen am Toten Meer ist ein Prunkstück des Israel Museums in Jerusalem. Jetzt hat man sie wieder versteckt. Anlass ist der jüngst ausgebrochene Iran-Krieg.

Schriftrollen von Qumran / © alefbet (shutterstock)

Die Große Jesaja-Rolle, das älteste nahezu vollständig erhaltene Manuskript eines biblischen Buches, wurde nur wenige Tage nach Beginn einer Sonderausstellung in Jerusalem wegen des Iran-Kriegs an einen sicheren Ort gebracht.

Das meldete die Zeitung "Times of Israel" am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher des Israel Museums. Das Original der über 2.100 Jahre alten Pergamenthandschrift war seit Dienstag erstmals nach 1968 in voller Länge zu sehen. Auf Anweisung des militärischen Zivilschutzes bleibe das Museum bis auf Weiteres geschlossen, hieß es.

Anlass der Sonderschau war das 60-jährige Bestehen des Israel Museums. Zu seinen kostbarsten Beständen zählt die Schriftrolle, die vermutlich während des Jüdischen Kriegs im 1. Jahrhundert in den Höhlen von Qumran am Toten Meer versteckt und erst 1947 wiedergefunden wurde. Sie enthält auf Pergamentblättern von insgesamt 7,3 Metern Länge den Text des Propheten Jesaja.

Schwerter zu Pflugscharen

Zu den bekanntesten Zitaten gehört Kapitel 2, Vers 4: "Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg."

Jesaja, Isaias

Prophet und Martyrer. Der bedeutendste der Schriftpropheten. Zum prophetischen Dienst berufen im Jahre 739 v. Chr., im letzten Jahr des Königs Ozias. Er soll im 80. Lebensjahr auf Befehl des Königs Ozias grausam getötet worden sein.

Für "Jesaja" sind auch folgende Namen gebräuchlich:
Jesaja, Isaias, Isaja

 (BKM)
Quelle:
KNA