Wie ein Pastoralreferent an der Zugspitze Seelsorge betreibt

Über den Wolken

Die Touristen sprechen den Pastoralreferenten Florian Hammerl oft mit "Herr Pfarrer" an, was ihn nicht störe. Mit seiner weißen Albe möchte er als Seelsorger erkennbar sein. Ein Bild von ihm wurde zum "Pressefoto des Jahres" gekürt.

Pastoralreferent Florian Hammerl auf der Zugspitze - Pressefoto des Jahres in Bayern. / © Marcus Schlaf
Pastoralreferent Florian Hammerl auf der Zugspitze - Pressefoto des Jahres in Bayern. / © Marcus Schlaf

In weißer Albe im Schnee auf der Zugspitze: Das Foto des Pastoralreferenten Florian Hammerl wurde zum "Pressefoto des Jahres" gekürt. Dabei sei es eher zufällig entstanden, sagte er im Interview mit dem Internetportal katholisch.de von Dienstag. Es mache ihn demütig angesichts der Bergkulisse und der Schöpfung, so Hammerl.

Den Titel des Fotos "Die höchste Instanz" verstehe er jedoch ironisch, da Laienmitarbeiter in der derzeitigen Kirchenstruktur keine hervorgehobene Stellung hätten: "Wer in der Kirche arbeitet, weiß, dass wir Pastoral- und Gemeindereferenten eher die letzte Instanz sind. In der kirchlichen Hierarchie kommen wir eigentlich gar nicht vor."

Weiße Albe mit Signalwirkung

Florian Hammerl ist seit über 25 Jahren kirchlicher Mitarbeiter in der Erzdiözese München und Freising und aktuell als  Tourismusseelsorger in Garmisch-Partenkirchen tätig. Derzeit sei er "sehr glücklich" mit seinem Beruf als Pastoralreferent, erzählt er. Ob er dennoch eine Weihe anstrebt, verneint Hammerl. 

Gipfelkreuz der Zugspitze / © Angelika Warmuth (dpa)
Gipfelkreuz der Zugspitze / © Angelika Warmuth ( dpa )

Er wolle bewusst Laienmitarbeiter in der Kirche bleiben. Seelsorge bedeute für ihn vor allem, präsent zu sein, zuzuhören und Räume zu öffnen - gerade in der besonderen Atmosphäre der hochalpinen Bergwelt, in der viele Menschen leichter über persönliche Fragen und Belastungen sprechen.

Dennoch komme es immer wieder vor, dass Touristen ihn mit "Herr Pfarrer" oder "Father" anreden. "Die verstehen die Unterschiede gar nicht, die wir in der Kirche machen", so Hammerl. Für ihn hat die weiße Albe eine Signalwirkung. Auf diese Weise will er weiterhin als Seelsorger erkennbar und für Menschen ansprechbar bleiben.

Quelle:
KNA