Nach Ansicht des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger gewinnt die Kirche dort an Ansehen und Respekt, wo ihre Verkündigung und ihr Handeln zusammenpassen - etwa im karitativen Bereich. Eine mangelnde Übereinstimmung von beidem habe hingegen in vergangenen Skandalen zu Verteidigungs- und Rechtfertigungsdruck geführt, predigte Burger am Mittwoch bei der Vollversammlung der Bischöfe in Würzburg.
Burger verwies auf ein Jesus-Zitat aus dem Lukasevangelium: "Diese Generation ist eine böse Generation. Sie fordert ein Zeichen." Er fragte, ob auch die heutige Generation böse sei, weil sie sich der Botschaft Gottes verweigere, und inwieweit das auch auf die Kirche zutreffe. Wo Menschen nach dem Sinn des Lebens fragten und die grundlegenden Fragen menschlicher Existenz stellten, treffe das jedoch nicht zu.
Die Zuschreibung "böse" passe nur dort, wo Menschen wider besseren Wissens in schlechtem Verhalten verharrten und nicht dazulernen wollten, so der Erzbischof. Das gelte auch da, wo man versuche, der Liebe und Barmherzigkeit Jesu Grenzen aufzuzeigen.