Die millionenteure und mehr als zwei Jahrzehnte andauernde Komplettsanierung des Freiburger Augustinermuseums ist abgeschlossen. Besucher können ab dem Wochenende erstmals wieder in den zum Museum gehörenden früheren Augustinerkonvent und in die Gewölbekeller des denkmalgeschützten Museumsensembles in der Freiburger Altstadt.
Das Museum beschäftigt sich mit Kunst-, Religions- und Kulturgeschichte und ist überregional bekannt. Bedeutend ist die grafische Sammlung. Die Museumsräume sind nun barrierefrei zugänglich. Insgesamt wächst die Ausstellungsfläche auf 2.900 Quadratmeter auf vier Etagen. Herz des Museums ist der jahrelang nicht zugängliche Kreuzgang-Innenhof.
Überraschungen und steigende Kosten
Begonnen hatten die Arbeiten 2004. Bei den drei Bauabschnitten kam es zu immer neuen Problemen. Besonders aufwendig war die Sanierung des Dachstuhls, der von einem Holzpilz befallen war. 2010 wurde mit dem Umbau der ehemaligen Klosterkirche das erste Etappenziel erreicht. Weite Teile des Museums waren auch während der Generalsanierung für Besucher geöffnet.
Die Gesamtsanierungskosten stiegen auf mehr als 90 Millionen Euro. Genaue Zahlen will die Stadt Freiburg als Trägerin des Museums zur Eröffnung bekannt geben. Das Museum ist auch für hochkarätige Sonderausstellungen bekannt; zuletzt lief eine Impressionisten-Schau. Am Wochenende öffnet die Ausstellung "Zukunfts(t)räume - Museum im Wandel".
Museum ist auch kirchliches Diözesanmuseum
Das Eröffnungswochenende mit freiem Eintritt und zahlreichen Veranstaltungen wird am Freitag mit einem Festakt im Freiburger Münster eingeläutet. Das Augustinermuseum zeigt auch die Kunstsammlungen des Erzbistums Freiburg. Ausgestellt sind beispielsweise mittelalterliche Originalfiguren des Münsters, ein kostbarer Silberaltar und Goldschmiedearbeiten.
In der neuen Schatzkammer sind mittelalterliche Bildteppiche ausgestellt. Themenbereiche gibt es beispielsweise zu Religion, zur Stadtgeschichte oder zum Schwarzwald.
Der Verwaltungschef des Erzbistums, Generalvikar Christoph Neubrand, bezeichnete die Museumseröffnung als einen großen Tag. Endlich könnten die Kunstgegenstände wieder in moderner und ansprechender Weise gezeigt werden. "Das Augustinermuseum schafft damit Räume, in denen ein Auseinandersetzen mit der Frage von Religion und Glauben in der Gegenwart möglich wird, ausgehend von den historischen Ausstellungsstücken", sagte Neubrand der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er sei überzeugt, dass das neue, jetzt vollständig geöffnete Museum zu einem wichtigen Lernort für die gesamte Region werde.