Papst Leo XIV. fordert Frieden für die Ukraine

"Die Waffen sollen schweigen"

Seit vier Jahren überzieht Russland die Ukraine mit Krieg. Papst Leo XIV. zeigt sich zutiefst getroffen und nahe bei den Opfern. Beim Mittagsgebet forderte er zum Frieden auf. Am Anfang solle ein Waffenstillstand stehen.

Papst Leo XIV. spricht zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz im Vatikan zum traditionellen Sonntagssegen am Ende des Angelusgebets versammelt haben / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV. spricht zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz im Vatikan zum traditionellen Sonntagssegen am Ende des Angelusgebets versammelt haben / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

Zum vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Papst Leo XIV. am Sonntag ein sofortiges Ende des Krieges gefordert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz formulierte er einen Friedensappell und rief: "Wie viele Opfer, wie viele zerstörte Leben und Familien! Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!"

"Stärkung des Dialogs"

Der Krieg ziehe eine Spur des Todes, der Zerstörung und der Schmerzen hinter sich, die Generationen prägen werde. Deshalb könne der Frieden "nicht weiter aufgeschoben werden", nötig seien "verantwortliche Entscheidungen", so der Papst vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz. "Die Waffen sollen schweigen, die Bombardierungen aufhören!"

Papst Leo XIV. steht am Fenster mit Blick auf den Petersplatz, wo sich Gläubige und Pilger zum traditionellen Sonntags-Segen nach dem Angelusgebet versammelt haben. / © Riccardo De Luca/AP (dpa)
Papst Leo XIV. steht am Fenster mit Blick auf den Petersplatz, wo sich Gläubige und Pilger zum traditionellen Sonntags-Segen nach dem Angelusgebet versammelt haben. / © Riccardo De Luca/AP ( dpa )



Um zum Frieden zu gelangen, müsse "ohne Verzögerung" ein Waffenstillstand angestrebt werden. Ferner sei eine "Stärkung des Dialogs" nötig, um einen Weg zum Frieden zu finden. Die Christen in aller Welt rief der Papst abschließend zum Gebet auf "für das gequälte ukrainische Volk und für alle, die unter diesem Krieg leiden".

In der Fastenzeit Medienkonsum reduzieren und zuhören 

Zudem rief das katholische Oberhaupt zu einem bewussten Verzicht auf Medienkonsum in der Zeit bis Ostern auf. Vor mehreren zehntausend Menschen auf dem Petersplatz sagte er: "Lassen wir die Fernsehgeräte, die Radios und die Smartphones ein wenig schweigen."

Die so gewonnene freie Zeit sollten die Menschen für Sinnvolles nutzen, so der Papst. Seine Vorschläge: einander zuhören, "in unseren Familien, an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Gemeinschaften. Widmen wir unsere Zeit denen, die allein sind, insbesondere den Älteren, den Armen, den Kranken. Verzichten wir auf das Überflüssige und teilen wir das, was wir einsparen, mit denen, denen es am Nötigsten mangelt."

Ein Trappist hält die Fasten-Exerzitien

Am Sonntagnachmittag sollten im Vatikan die alljährlichen Fastenexerzitien für die leitenden Angestellten beginnen. Diese seit dem Jahr 1929 praktizierten Übungen zur Meditation und inhaltlichen Fokussierung leitet in diesem Jahr erstmals ein Angehöriger des Trappistenordens, der Norweger Erik Varden. 

Leo XIV. hat ihn damit beauftragt. Die Trappisten zeichnen sich durch besonders lange Zeiten des Schweigens in ihrem klösterlichen Tagesablauf aus.

Angelus-Gebet

Der Angelus Domini (lat.), Der Engel des Herrn (dt.), auch Angelus, ist ein Gebet, das die Menschwerdung Jesu Christi durch Maria zum Thema hat. Es besteht aus drei Betrachtungsworten aus dem Lukas- sowie dem Johannesevangelium und beginnt mit den Worten: Angelus Domini nuntiavit Mariae ("Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft"). Traditionell wird zum "Angelus-Gebet" um 6.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr durch das Läuten der Kirchenglocken gerufen ("Angelus-Läuten").

Papst Leo XIV. segnet die Gläubigen und Pilger, die sich zum Mittagsgebet Regina Caeli auf dem Petersplatz versammelt haben, am Sonntag, 25. Mai 2025. / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV. segnet die Gläubigen und Pilger, die sich zum Mittagsgebet Regina Caeli auf dem Petersplatz versammelt haben, am Sonntag, 25. Mai 2025. / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
Quelle:
KNA