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Papst fordert von Kirche Nutzung der Faszination der Fastenzeit

Mit einem feierlichen Gottesdienst zum Aschermittwoch hat Papst Leo XIV. die erste Fastenzeit seines Pontifikats eröffnet. In der frühchristlichen Kirche Santa Sabina auf dem römischen Aventin ließ er sich als Zeichen der Umkehr Asche aufs Haupt streuen – und spendete dieses Zeichen anschließend selbst an Kardinäle, Geistliche und Gläubige. Zuvor hatte er an der traditionellen Prozession von Sant’Anselmo nach Santa Sabina teilgenommen.

In seiner Predigt rief der Papst die Kirche dazu auf, die wachsende Faszination für die Riten der Fastenzeit, die in manchen Ländern zu beobachten sei, für ihre Verkündigung zu nutzen. Die Kirche sei keine starre Institution, sagte er, sondern eine Gemeinschaft, die sich zu ihren Sünden bekenne und bereit sei, sich zu verändern. Reue sei heute selten geworden – bei Einzelnen wie bei Institutionen. Genau darum gehe es aber in der Fastenzeit.

Besonders junge Menschen, so Leo XIV., entdeckten die Bedeutung des Aschermittwochs neu – auch in säkularen Gesellschaften. Sie spürten, dass eine gerechtere Lebensweise möglich sei und dass Verantwortung übernommen werden müsse.

Zugleich schlug der Papst eine Brücke zur Weltlage. Die Asche erinnere an eine "brennende Welt" – an Krieg, zerstörte Städte, bedrohte Ökosysteme und schwindenden Sinn für das Heilige. Christen seien jedoch berufen, nicht bei der Asche stehen zu bleiben, sondern aufzustehen und neu aufzubauen.