Fiesole-Altar von Fra Angelico kehrt zurück nach Hildesheim

"Ein großer Gewinn"

Der Fiesole-Altar wurde erst kürzlich als Werk des Renaissance-Meisters Fra Angelico identifiziert. Rund 250.000 Menschen haben in Florenz den Altar aus dem Hildesheimer Dommuseum bestaunt. Nun ist er dauerhaft in Hildesheim zu sehen.

Blick in die noch im Bau befindlichen neuen Räumlichkeiten des Dommuseums Hildesheim / © Harald Oppitz (KNA)
Blick in die noch im Bau befindlichen neuen Räumlichkeiten des Dommuseums Hildesheim / © Harald Oppitz ( KNA )

Mit einer Viertelmillion Besuchern war die Ende Januar in Florenz zu Ende gegangene Ausstellung "Fra Angelico" ein absoluter Publikumsmagnet.

Kathedrale von Florenz / © M.Funke (shutterstock)

Eines der rund 140 gezeigten Werke des bedeutenden Frührenaissance-Malers (1395-1455) – der sogenannte Fiesole-Altar – stammt aus Hildesheim und ist jetzt wieder an das dortige Dommuseum zurückgekehrt, wie das Bistum Hildesheim am Montag mitteilte. Dort soll das aufklappbare Bildobjekt fortan dauerhaft zu sehen sein.

Das Gemälde auf dem dreiteiligen Holzaltar wurde im Zuge der Florentiner Ausstellung erstmals eindeutig als Arbeit von Fra Angelico identifiziert. Zuvor wurde es vorsichtiger dem Umfeld oder der Werkstatt des malenden Dominikanermönchs zugeordnet. 

Dass nun ein Objekt aus der Sammlung des Dommuseums als Werk des Malers Fra Angelico erkannt wurde, sei "ein großer Gewinn", unterstrich Museumsdirektor Felix Prinz. Nur sehr wenige Häuser verfügten über Gemälde von Fra Angelico.

Einzigartige Kooperation zweier Werkstätten

Einzigartig sei das Hildesheimer Objekt auch deshalb, weil die Malerei auf einem vermutlich einige Jahrzehnte früher angefertigten Schnitzaltar des Bildhauers Baldassare Ubriachi (um 1330-1406) aufgebracht sei. 

In aufgeklapptem Zustand zeigt das dreiteilige Gemeinschaftskunstwerk den Angaben zufolge aus Knochen geschnitzte Szenen aus dem Leben Jesu, die in der Werkstatt des Ubriachis hergestellt wurden. Die Schnitzereien entstanden etwa zwischen 1400 und 1425.

Wird das Triptychon zugeklappt, so ist auf der Außenseite eine gemalte Darstellung der Verkündigung an Maria zu sehen. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin das Kunstwerk.

Bistum Hildesheim

Zur Diözese Hildesheim zählen 508.000 Katholiken im östlichen Niedersachsen und im Norden Bremens. Das rund 30.000 Quadratkilometer große Bistum reicht von der Nordseeküste bis zu den südlichen Ausläufern des Harzes bei Göttingen und Duderstadt. 

Die Katholikinnen und Katholiken bilden im Bistum in fast allen Regionen der Diözese eine Minderheit (Diaspora). Es zählt 119 Kirchengemeinden in 17 Dekanaten. 

Hildesheimer Dom / © Daniel Pilar (KNA)
Hildesheimer Dom / © Daniel Pilar ( KNA )
Quelle:
epd