Mit einer Viertelmillion Besuchern war die Ende Januar in Florenz zu Ende gegangene Ausstellung "Fra Angelico" ein absoluter Publikumsmagnet.
Eines der rund 140 gezeigten Werke des bedeutenden Frührenaissance-Malers (1395-1455) – der sogenannte Fiesole-Altar – stammt aus Hildesheim und ist jetzt wieder an das dortige Dommuseum zurückgekehrt, wie das Bistum Hildesheim am Montag mitteilte. Dort soll das aufklappbare Bildobjekt fortan dauerhaft zu sehen sein.
Das Gemälde auf dem dreiteiligen Holzaltar wurde im Zuge der Florentiner Ausstellung erstmals eindeutig als Arbeit von Fra Angelico identifiziert. Zuvor wurde es vorsichtiger dem Umfeld oder der Werkstatt des malenden Dominikanermönchs zugeordnet.
Dass nun ein Objekt aus der Sammlung des Dommuseums als Werk des Malers Fra Angelico erkannt wurde, sei "ein großer Gewinn", unterstrich Museumsdirektor Felix Prinz. Nur sehr wenige Häuser verfügten über Gemälde von Fra Angelico.
Einzigartige Kooperation zweier Werkstätten
Einzigartig sei das Hildesheimer Objekt auch deshalb, weil die Malerei auf einem vermutlich einige Jahrzehnte früher angefertigten Schnitzaltar des Bildhauers Baldassare Ubriachi (um 1330-1406) aufgebracht sei.
In aufgeklapptem Zustand zeigt das dreiteilige Gemeinschaftskunstwerk den Angaben zufolge aus Knochen geschnitzte Szenen aus dem Leben Jesu, die in der Werkstatt des Ubriachis hergestellt wurden. Die Schnitzereien entstanden etwa zwischen 1400 und 1425.
Wird das Triptychon zugeklappt, so ist auf der Außenseite eine gemalte Darstellung der Verkündigung an Maria zu sehen. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin das Kunstwerk.