Diözese Rottenburg-Stuttgart rechnet mit weniger Kirchensteuer

Konsequenzen für Kirchengemeinden

Die schwierige Wirtschaftslage macht sich in Württemberg etwa durch eine schwächere Automobilindustrie bemerkbar. Die Folge für die Diözese ist, dass die Kirchensteuereinnahmen sinken. Das hat auch Konsequenzen für Kirchengemeinden.

Dom Sankt Martin in Rottenburg / © SSKH-Pictures (shutterstock)
Dom Sankt Martin in Rottenburg / © SSKH-Pictures ( shutterstock )

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart rechnet mit weniger Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren und damit auch mit weniger finanziellen Zuweisungen an ihre Kirchengemeinden. 

In den bisherigen Planungen sei man davon ausgegangen, dass der Kirchensteueranteil für die Kirchengemeinden langfristig bei rund 280 bis 290 Millionen Euro liegen würde. Diese Annahme sei nicht mehr haltbar, teilte die Diözese am Montag mit. 

Blick auf die Stiftskirche in der Innenstadt von Stuttgart. / © Harald Oppitz (KNA)
Blick auf die Stiftskirche in der Innenstadt von Stuttgart. / © Harald Oppitz ( KNA )

Stattdessen sei in Bezug auf die Kirchengemeinden nur noch von Kirchensteuereinnahmen in Höhe von etwa 260 Millionen Euro für das Jahr 2026 und nur noch von rund 246 Millionen Euro im Jahr 2027 auszugehen.

Zugleich verwies die Diözese auf eigene Finanzplanungen, wonach mit einem "jährlichen strukturellen Finanzierungsdefizit von rund 65 Millionen Euro bis zum Jahr 2035" zu rechnen sei. Grund dafür seien steigende Personal- und Sachkosten, insbesondere infolge von Lohn- und Preissteigerungen.

Senkung um 8,7 Prozent

Seit längerem ist bekannt, dass der Diözese und ihren Kirchengemeinden künftig weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung
stehen werden. Der Diözese und den Kirchengemeinden steht das verteilbare Kirchensteueraufkommen je zur Hälfte zu.

Im kürzlich veröffentlichten "aktualisierten Haushaltserlass 2025/2026" habe die Diözese nun über die Entscheidung des
Diözesanrats vom November 2025 informiert, die Kirchensteuerzuweisung an die Kirchengemeinden um 8,7 Prozent zu senken.

Baby-Boomer gehen in Ruhestand 

Eine Ursache für die sinkenden Kirchensteuereinnahmen ist laut Diözese "die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage". Diese mache sich auch in Württemberg bemerkbar, das stark durch die derzeit schwächelnden Sektoren Maschinenbau und Automobilindustrie geprägt ist. Zudem gebe es eine rückläufige Zahl von Taufen und eine anhaltend hohe Zahl von Kirchenaustritten. Überdies trete die einkommensstarke "Baby-Boomer"-Generation in den Ruhestand.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart umfasst mit ihren bislang 1.020 Kirchengemeinden und rund 1,6 Millionen Mitgliedern den
württembergischen Landesteil Baden-Württembergs. Es ist bundesweit die drittgrößte Diözese. 

Gemeinden bei Verwaltung entlasten 

Eine Entlastung der Verwaltung soll künftig durch die Zusammenlegung der aktuell 1.020 Kirchengemeinden zu 50 bis 80 neuen
Kirchengemeinden angestrebt werden. Ziel ist es laut Bischof Klaus Krämer, dass 2030 alle geplanten 50 bis 80 größeren Einheiten gebildet worden sind.

Bistum Rottenburg-Stuttgart

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist mit rund 1,57 Millionen Katholiken Deutschlands drittgrößtes Bistum. Es umfasst Württemberg. Während das früher zum Habsburgerreich zählende Oberschwaben bis heute katholisch geprägt ist, ist in und um Stuttgart traditionell der Protestantismus stark.

Diözese Rottenburg-Stuttgart (dpa)
Diözese Rottenburg-Stuttgart / ( dpa )
Quelle:
KNA