Auf der MiQua-Baustelle vor dem Kölner Rathaus haben die Archäologen einen herausragenden archäologischen Fund gemacht. Dort, wo zurzeit das jüdische Museum MiQua entsteht, gräbt sich ein Team von Archäologen durch knapp zweitausend Jahre Kölner Stadtgeschichte. Bei den Ausgrabungen sind sie jetzt auf einen sensationellen Fund gestoßen.
Vergleichbares kennt nur Pompeji
Das entdeckte Lararium aus dem zweiten Jahrhundert ist der einzige Fund eines solchen römisch-antiken Hausaltars nördlich der Alpen, berichtet der Abteilungsleiter Archäologische Zone, Michael Wiehen. Vergleichbare Funde bei Ausgrabungen habe es bisher nur in Pompeji und in Herculaneum gegeben, die im Jahr 79 nach Christus Opfer des Vesuvausbruchs gewesen sind.
Zweitausend Jahre alte Gebetsstätte
An der Gebetsnische mit Bemalung unter der Erde von Köln wurde vor knapp 2000 Jahren gebetet, noch bevor das Christentum sich im Römischen Reich ausbreitete und auch das römische Köln christlich wurde. Bei dem gefundenen Lararium handelte es sich um einen privaten Hausaltar. Noch heute ist Ruß von dort abgebrannten Kerzen erkennbar.
"Wir wissen, dort waren Götterstatuetten aufgestellt, es waren Räucherpokale und dergleichen aufgestellt. Es gab Trank und Speiseopfer und Girlanden, die aufgehängt worden sind", verrät der Direktor des Römisch-Germanischen Museums Köln, Prof. Dr. Marcus Trier. Wie vorchristlicher Kult im Detail ausgeübt wurde, ist in schriftlichen Quellen nicht überliefert.