Jede und jeder kennt das: es gibt Zeiten und Phasen im Alltag, da wachsen uns Sorgen irgendwie über den Kopf. Wenn Krankheit, Schwierigkeiten im Beruf und in der Familie, finanzielle Probleme oder grundsätzliche Entscheidungen schlaflose Nächte machen.
Dann haben wir manchmal das Gefühl, dass es uns die Kehle zuschnürt, dass wir kein Wort mehr herausbekommen oder sogar mühsam nach Luft schnappen.
Und dann gibt es einen Segen, der viele Jahrhunderte alt ist und völlig aus der Zeit gefallen scheint: den Blasiussegen. Zwei gekreuzte, brennende Kerzen ganz nahe vor das Gesicht gehalten und ein Segensgebet gesprochen.
Das ist kein katholischer Hokuspokus, sondern ein Gebet das zusagt, dass Gott durch all diese Sorgen und Nöte mitgeht und Dich im Blick behält und Dich stärkt. Das ist die eine Seite dieses Segens. Es gibt noch eine andere Seite.
Die katholische Gemeinde Sankt Blasien im Schwarzwald weist darauf hin, dass der Heilige Bischof Blasius, an den wir heute denken, eben auch als jener "Schutzpatron gegen die Gefahr des schnellen, unpassenden und vor allem verletzenden Wortes" empfohlen werde - um den Frieden zu wahren.
Was schnelle, unpassende und verletzende Worte anrichten können, erleben wir jeden Tag in den Nachrichten und den Medien. Wir selber sind davon aber auch nicht immer frei, weil man manchmal raushaut, was im Inneren brodelt und es uns dann manchmal leidtut, wenn es ausgesprochen worden ist.
Ich hoffe also auch für mich und uns, dass wir durch die Fürsprache und den Segen bewahrt werden vor Halskrankheiten und allem Bösen aber auch vor unpassenden und verletzenden Worten gegenüber anderen aus unserem eigenen Mund.
Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.