Streit um Cranach-Triegel-Altar kommt ab Februar in die Kinos

"Triegel trifft Cranach"

Ein Kunstwerk, ein Dom und ein Streit mit Folgen. Die Ergänzung des Cranach-Altars durch Michael Triegel hatte heftige Diskussionen um den Welterbestatus des Naumburger Doms ausgelöst. Ein Kinofilm zeigt jetzt diese Geschichte.

Cranach-Triegel-Altar / © Rico Thumser (epd)
Cranach-Triegel-Altar / © Rico Thumser ( epd )

Er ist Kunstwerk und Streitobjekt gleichermaßen: der Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom, der sich derzeit in Rom befindet. Um seine Entstehung sowie den darauffolgenden Streit dreht sich der neue Kinofilm "Triegel trifft Cranach", der am 5. Februar in die Kinos kommt. Wie die Galerie Schwind in Berlin am Dienstag mitteilte, begleitete Regisseur Paul Smaczny mehrere Jahre den Leipziger Künstler Michael Triegel.

Triegel hatte im Auftrag des Naumburger Doms den 1520 von Lucas Cranach (1472–1553) geschaffenen und später teils zerstörten Altaraufsatz vervollständigt. Als 2022 der Flügelaltar in den Naumburger Dom zurückkehrte, löste seine dortige Aufstellung einen Streit um den Unesco-Welterbetitel aus. Durch das Kunstwerk seien die Sichtachsen auf die zwölf Stifterfiguren des Doms beeinträchtigt, was den 2018 verliehenen Weltkulturerbe-Status für die Kirche gefährde.

Künstler Michael Triegel / © Sebastian Willnow (dpa)
Künstler Michael Triegel / © Sebastian Willnow ( dpa )

Um den Streit zu entschärfen, wurde im vergangenen Jahr eine auf zwei Jahre befristete Aufstellung des Altarbildes in der deutschsprachigen Kirche des Campo Santo Teutonico nahe dem Petersdom in Rom vereinbart.

Neue Ausstellung über Triegel in Berlin

Neben dem Kinofilm steht auch eine neue Ausstellung über den Maler in den Startlöchern. Ab Samstag zeigt die Galerie Schwind in Berlin neue Zeichnungen und Gemälde Triegels, wie sie mitteilte. Im Mittelpunkt der Schau steht das Gemälde "Doxa". In diesem verhandelt Triegel die Frage nach der Herrlichkeit Gottes und ihrer sinnlichen Erscheinung in der Welt. Der Titel "Doxa" verweist auf den griechischen Begriff für "Glanz", "Ruhm" oder "Herrlichkeit".

Die Eröffnung der Ausstellung, die bis 21. März zu sehen ist, findet laut der Galerie am Samstagnachmittag statt. Michael Triegel soll persönlich anwesend sein. Im Anschluss soll die Premiere des Films im Filmtheater am Friedrichshain stattfinden, so die Galerie.

Quelle:
KNA