Domkapitular Meiering stellte Angela Merici als eine geistlich wache Frau in einer Zeit politischer, sozialer und kirchlicher Krisen vor. Geprägt von früher Erfahrung von Verlust habe sie ihre Berufung darin erkannt, Gott mitten in der Welt zu dienen, besonders durch Fürsorge, geistliche Begleitung und Bildung junger Frauen. Mit der Gründung der Gemeinschaft der heiligen Ursula habe sie eine neue Form geistlichen Lebens geschaffen, die auf innere Freiheit, Verantwortung und Nähe zum Alltag setzt.
Bildung verstand sie als Weg zur Würde und Freiheit des Menschen. Meiering hob hervor, Angela habe an die "verborgenen Möglichkeiten im Menschen" geglaubt, Spiritualität mit praktischem Handeln verbunden und Leitung stets als Dienst verstanden. Ihr Vermächtnis lade dazu ein, Glauben, Bildung und Verantwortung heute neu zusammenzudenken.