Anlässlich des Internationalen Tags der Bildung am Samstag weisen Hilfsorganisationen auf ihren Einsatz in armen Ländern hin. Das katholische Hilfswerk missio Aachen machte am Donnerstag auf die kirchliche Bildungsarbeit in Konfliktregionen des globalen Südens aufmerksam.
Die Organisation “Help - Hilfe zur Selbsthilfe” erinnerte an den hohen Bevölkerungsanteil von Kindern und Jugendlichen in der Sahelzone bei einer schwierigen schulischen Situation. Ohne Unterstützung blieben ganze Generationen im Kreislauf der Armut gefangen, erklärte Help-Programmmanager Christoph van Edig.
Großteil lebt in bitterer Armut
Das Durchschnittsalter im Sahel liege bei 17 Jahren; über die Hälfte der Gesamtbevölkerung könne nicht lesen und schreiben, ein Großteil lebe in bitterer Armut.
Vor allem Kinder aus Familien, die vor Konflikten oder Auswirkungen des Klimawandels geflohen seien, hätten kaum Zukunftschancen.
Warnung vor instabilen Gesellschaften
Der Präsident von missio Aachen, Dirk Bingener, sagte, in von Krieg, Gewalt und Flucht geprägten Regionen böten kirchliche Einrichtungen oft die einzige Möglichkeit für Unterricht und Ausbildung. Als Beispiele nannte Bingener Länder wie Myanmar, der Südsudan, Gaza, Syrien und den Libanon. Dort zerstörten Krieg und Gewalt die Zukunftsaussichten von Millionen junger Menschen. Wo staatliche Bildungssysteme zusammenbrächen, habe dies langfristig destabilisierende Folgen für die Gesellschaft.
Das Hilfswerk verlangte daher, Bildung als Teil einer dauerhaften und nachhaltigen Friedenspolitik zu betrachten und zu integrieren. Die Bundesregierung, die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft müssten Bildungsprogramme in Konfliktregionen des globalen Südens verlässlich und langfristig finanzieren. Dabei forderte Bingener auch eine engere Zusammenarbeit mit Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Der Internationale Tag der Bildung wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die rund 250 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit, die keine Schule besuchen können. Vielfach sind Konflikte und Flucht die Gründe.