Hilfswerke mahnen bessere Bildungschancen in armen Ländern an

Warnung vor instabilen Gesellschaften

In vielen Ländern des globalen Südens haben Kinder kaum Chancen auf solide Bildung. Armut und gesellschaftliche Instabilität werden so von Generation zu Generation weitergegeben.

Novizinnen der Himmelfahrts-Schwestern von Eldoret, Kenia, bei einem Ausbildungskurs. (Kirche in Not)
Novizinnen der Himmelfahrts-Schwestern von Eldoret, Kenia, bei einem Ausbildungskurs. / ( )

Anlässlich des Internationalen Tags der Bildung am Samstag weisen Hilfsorganisationen auf ihren Einsatz in armen Ländern hin. Das katholische Hilfswerk missio Aachen machte am Donnerstag auf die kirchliche Bildungsarbeit in Konfliktregionen des globalen Südens aufmerksam. 

 (KNA)

Die Organisation “Help - Hilfe zur Selbsthilfe” erinnerte an den hohen Bevölkerungsanteil von Kindern und Jugendlichen in der Sahelzone bei einer schwierigen schulischen Situation. Ohne Unterstützung blieben ganze Generationen im Kreislauf der Armut gefangen, erklärte Help-Programmmanager Christoph van Edig. 

Großteil lebt in bitterer Armut

Das Durchschnittsalter im Sahel liege bei 17 Jahren; über die Hälfte der Gesamtbevölkerung könne nicht lesen und schreiben, ein Großteil lebe in bitterer Armut. 

Vor allem Kinder aus Familien, die vor Konflikten oder Auswirkungen des Klimawandels geflohen seien, hätten kaum Zukunftschancen.

Warnung vor instabilen Gesellschaften

Der Präsident von missio Aachen, Dirk Bingener, sagte, in von Krieg, Gewalt und Flucht geprägten Regionen böten kirchliche Einrichtungen oft die einzige Möglichkeit für Unterricht und Ausbildung. Als Beispiele nannte Bingener Länder wie Myanmar, der Südsudan, Gaza, Syrien und den Libanon. Dort zerstörten Krieg und Gewalt die Zukunftsaussichten von Millionen junger Menschen. Wo staatliche Bildungssysteme zusammenbrächen, habe dies langfristig destabilisierende Folgen für die Gesellschaft.

Das Hilfswerk verlangte daher, Bildung als Teil einer dauerhaften und nachhaltigen Friedenspolitik zu betrachten und zu integrieren. Die Bundesregierung, die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft müssten Bildungsprogramme in Konfliktregionen des globalen Südens verlässlich und langfristig finanzieren. Dabei forderte Bingener auch eine engere Zusammenarbeit mit Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Der Internationale Tag der Bildung wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die rund 250 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit, die keine Schule besuchen können. Vielfach sind Konflikte und Flucht die Gründe.

Das Hilfswerk missio

Das Internationale Katholische Missionswerk missio mit Sitz in Aachen und München ist eines von weltweit mehr als 100 Päpstlichen Missionswerken. Missio München ist das Missionswerk der bayerischen, missio Aachen das der anderen deutschen Bistümer. Das Wort missio kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Sendung.

 (KNA)
Quelle:
KNA