Zyperns orthodoxe Kirche will die seit der Teilung der Insel im Jahr 1974 bestehende "Zypernfrage" in ihre Karfreitagsliturgie aufnehmen. Dafür hat die Heilige Synode die Komposition und Hinzufügung neuer Hymnen zum Karfreitagsgottesdienst genehmigt. Die Entscheidung wurde am 14. Januar auf der Hierarchenversammlung in Nikosia getroffen.
In der Erklärung heißt es: "Die Synode hat den Vorschlag Seiner Seligkeit (Erzbischof Georgios von Zypern) gebilligt, Bittlieder zu verfassen und hinzuzufügen, die sich auf die seit langem bestehende Zypernfrage beziehen, und zwar zu allen drei Gruppen der Karfreitags-Klagelieder."
"Zypernfrage" weiter ungeklärt
Der "Klagegottesdienst", der am Abend des Karfreitags gefeiert wird, stellt die Begräbnisfeier für Christus dar, bei der Trauergesänge an seinem Grabe erklingen. Der Gottesdienst umfasst eine umfangreiche Hymnographie, die größtenteils aus der Perspektive der Gottesmutter geschrieben wurde, die um ihren Sohn trauert. Die Hymnen sind ursprünglich poetische Dichtungen zu jedem der Verse des 118. Psalms und werden in drei Gruppen oder Strophen gesungen.
Die "Zypernfrage" bezieht sich auf die Teilung der Insel seit 1974, als die Türkei in Nordzypern einmarschierte. Die Intervention führte zur Vertreibung Hunderttausender griechischer Zyprioten und zur faktischen Teilung der Insel. Das nördliche Drittel Zyperns steht seitdem unter türkischer Militärbesatzung, wobei die selbst ernannte Türkische Republik Nordzypern nur von der Türkei anerkannt wird. Die Bemühungen um eine Wiedervereinigung dauern seit Jahrzehnten ohne Erfolg an.