US-Vizepräsident James David Vance will am Freitag beim "March for Life" in Washington sprechen. Das teilten die Veranstalter der jährlichen Lebensschutz-Großdemonstration laut US-Medien mit. Auch Präsident Donald Trump hat demnach erneut ein Video aufgenommen, das im Zuge des Protestmarschs gegen Abtreibung von der National Mall bis zum Gebäude des Obersten Gerichtshofs gezeigt werden soll.
Trump sorgte zuletzt mit Aussagen zum sogenannten Hyde-Amendment, das seit 1976 die Finanzierung von Abtreibungen mit Steuergeldern auf Bundesebene verbietet, für Irritationen in der Pro-Life-Bewegung. In einer Rede am 6. Januar forderte er Politiker der Republikanischen Partei auf, diesbezüglich etwas "flexibler" zu sein. Hintergrund sind laut Medienberichten Verhandlungen mit den Demokraten um eine Einigung zu neuen Krankenversicherungsregeln.
Der "March for Life" findet alljährlich um den Jahrestag des Urteils "Roe v. Wade" von 1973 statt. Das Oberste Gericht der USA legte damals fest, dass die US-Bundesstaaten den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten sechs Monaten gar nicht und danach nur bedingt einschränken dürfen.
Grundsatzurteil 2022 gekippt
2022 kippte der Supreme Court das Grundsatzurteil und entschied, dass aus der US-Verfassung kein landesweit gültiges Recht auf Abtreibung abgeleitet werden könne. Mehrere republikanisch regierte Bundesstaaten nutzten dies, um den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen stark einzuschränken. Die Entscheidung der Höchstrichter war durch eine konservative Richtermehrheit zustande gekommen, die Trump in seiner ersten Amtszeit als Präsident geschaffen hatte.
Vizepräsident Vance hatte bereits im Januar 2025, wenige Tage nach Amtsantritt der Trump-Regierung, persönlich beim "March for Life" gesprochen. Er bezeichnete Lebensschutz als "tägliche Verpflichtung" und kündigte besondere Förderung junger Familien an. "Lasst es mich ganz einfach sagen: Ich will mehr Babys in den Vereinigten Staaten", sagte er damals unter dem Jubel Zehntausender Demonstranten.
In seinem Senatswahlkampf 2022 setzte sich der Katholik Vance für ein landesweites Abtreibungsverbot nach 15 Wochen ein. Später unterstützte er Trumps Position, die gesetzlichen Regelungen zu Schwangerschaftsabbrüchen den einzelnen Bundesstaaten zu überlassen.