Universität Koblenz gründet Institut für Islamische Theologie

Islamverbände haben Mitspracherecht

Um flächendeckend in Rheinland-Pfalz islamischen Religionsunterricht anbieten zu können, fehlen die Lehrkräfte. Die sollen künftig an der Universität Koblenz ausgebildet werden, im neu gegründeten Institut für Islamische Theologie.

Islamischer Religionsunterrichts  / © Harald Oppitz (KNA)
Islamischer Religionsunterrichts / © Harald Oppitz ( KNA )

Die zu Jahresbeginn gegründete Einrichtung solle Teil des Fachbereichs Philologie/Kulturwissenschaften werden und künftig für die staatliche Qualifikation islamischer Religionslehrkräfte sorgen, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Mit der Gründung wurden drei Professuren für Islamische Systematische Theologie, Islamische Textwissenschaften sowie für Islamische Religionspädagogik und Fachdidaktik ausgeschrieben.

Mit der Gründung des Instituts werde "eine verlässliche Grundlage" für die Lehrerausbildung geschaffen, erklärte der für Religionsgemeinschaften zuständige Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD). "Damit stärken wir die Unterrichtsqualität, die wissenschaftliche Fundierung der Islamischen Theologie und den interreligiösen Dialog in unserem Land."

Islamverbände haben Mitspracherecht

Bei der Besetzung der Professuren erhalten die Islamverbände über einen Beirat ähnliche Mitspracherechte wie die großen Kirchen bei den Besetzungen von Lehrstühlen für evangelische oder katholische Theologie. Dies ist eine Folge des Grundlagenvertrags, den das Land Rheinland-Pfalz Ende 2024 mit den wichtigsten Verbänden geschlossen hat. Islamischen Religionsunterricht gibt es landesweit seit vielen Jahren nur an ausgewählten Schulen im Rahmen von Modellprojekten. 

Islamischer Religionsunterricht

Islamischer Religionsunterricht in öffentlichen Schulen wird in unterschiedlichen Modellen in neun  Bundesländern angeboten. Lediglich in den neuen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen gibt es keine Angebote für muslimische Kinder und Jugendliche. Etwa 69.000 Schülerinnen und Schüler besuchen in Deutschland islamischen Religionsunterricht (Stand Juli 2023).

Islamunterricht / © Marius Becker (dpa)
Islamunterricht / © Marius Becker ( dpa )
Quelle:
epd