Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" hat das am Donnerstag im Vatikan zu Ende gegangene außerordentliche Konsistorium kritisiert. Am Freitag erklärte die Initiative, das Treffen der Kardinäle offenbare "strukturelle Defizite der römisch-katholischen Weltkirche".
Wenn diese kleine und "relativ homogene Gruppe überwiegend älterer Männer" über die Zukunft der katholischen Kirche berate, stehe das im Widerspruch "zu den Forderungen nach Geschwisterlichkeit, Transparenz, Partizipation und echter Synodalität".
Die Laienbewegung bemängelt eine "Repräsentationslücke" bezüglich Frauen, jungen Gläubigen aller Geschlechter und Laien. Diese würden von Weiheämtern und Entscheidungsgremien ausgeschlossen - "obwohl sie die Kirche ganz wesentlich in den unterschiedlichsten Kulturen mitgestalten".
Mangelnde Partizipation durch Beratungen hinter verschlossenen Türen schwächten das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Kirche, so die Initiative. So blockiere die kirchliche Hierarchie "dringend notwendige Erneuerungen".
"Wir sind Kirche" gesteht Papst Leo XIV. zu, mit der Einberufung des Konsistoriums ein Zeichen gesetzt zu haben. Doch müsse Synodalität nun durch eine "Kultur, die den Klerikalismus überwindet", und echte Teilhabe ernst genommen werden: "Ein wichtiges Gegenmodell angesichts zunehmend totalitärer politischer Entwicklungen in aller Welt."