Bischofskonferenz lobt geplante Pflegereform

Pflege braucht Anerkennung

Die Deutsche Bischofskonferenz sieht die von der neuen Bundesregierung angestrebte Pflegereform positiv. Es sei zu begrüßen, dass sie Belange pflegender Angehöriger in den Blick nehme, erklärte der Berliner Erzbischof Heiner Koch.

Symbolbild Pflege / © Chinnapong (shutterstock)

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz äußerte sich zum Internationalen Tag der Pflege am selben Tag.

Mit Blick auf die Reform von Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz sagte Koch: "Es ist im Sinne pflegender Angehöriger, dass die Koalition anstrebt, diese Gesetze zusammenzuführen, die Freistellungsansprüche flexibler zu gestalten und den Kreis der Berechtigten zu erweitern." Die Einbeziehung von Nachbarn und Freunden erkenne die Bereitschaft von Menschen an, sich um ihre Nächsten zu kümmern. Die Kirche unterstütze in diesem Zusammenhang auch Überlegungen, ein Pflegegeld einzuführen.

Pflegende Angehörige von "überragender Bedeutung"

"Pflegende Angehörige haben mithin eine überragende Bedeutung", betonte Koch. "Sie brauchen Unterstützung und Ausgleich für ihre Mehrfachbelastung, professionelle Hilfesysteme, öffentliche Anerkennung und Absicherung."

Der Erzbischof empfahl der neuen Regierung, die Expertise von Sozialverbänden wie dem Deutschen Caritasverband sowie die Erfahrungen Betroffener in die Reformpläne einzubeziehen. Der Caritasverband hatte unter anderem empfohlen, Tages- und Kurzzeitpflegeplätze auszubauen und für eine bessere Vernetzung der Angebote zu sorgen.

"Aber auch wir sind als Dienstgeberin herausgefordert, für passende Lösungen Sorge zu tragen, wenn Mitarbeitende Angehörige pflegen", so Koch. So könnten "Pfarrgemeinden Orte sein und immer mehr werden, wo Pflegende sich vernetzen können und sollen".

Deutsche Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe in Deutschland. Sie leiten als Ortsbischöfe eines der 27 Bistümer oder unterstützen als Weihbischöfe. Insgesamt gehören ihr derzeit (Oktober 2025) 61 Mitglieder an.

Ebenfalls zur Konferenz gehören - auch wenn sie nicht Bischöfe sind - Diözesanadministratoren, die ein Bistum nach Rücktritt oder Tod eines Ortsbischofs übergangsweise verwalten.

Logo der Deutschen Bischofskonferenz auf einem Schild neben dem Eingang zum Sekretariat der DBK / © Julia Steinbrecht (KNA)
Logo der Deutschen Bischofskonferenz auf einem Schild neben dem Eingang zum Sekretariat der DBK / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA