23.02.2007

Nachrichtenarchiv 24.02.2007 00:00 Meisner gibt Mixa Recht: Kinderkrippen nötig nur für den Ausnahmefall

In der Debatte um den Ausbau der frühzeitigen Betreuung von Kindern hat Kardinal Meisner die umstrittenen Äußerungen des Augsburger Bischofs Mixa verteidigt. Mixa hatte gesagt, es müssten familiengerechte Arbeitsplätze geschaffen werden und nicht arbeitsgerechte Familien. Die Politik von Familienministerin von der Leyen degradiere Frauen zu Gebärmaschinen und zu einer Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie. Kardinal Meisner sagte dem domradio, die Kinderkrippe in der Bibel sei eigentlich ein Provisorium. Wenn man daraus eine permanente Einrichtung mache, gleichsam als Alternative zur Familie, dann sei das eine Fehlentwicklung. Er habe dies am eigenen Leib und bitter in der DDR erfahren müssen. Das solle jetzt nicht nachgeahmt werden. Krippenplätze seien nötig für den Ernstfall, für den Ausnahmefall. Den Ausführungen von Bischof Mixa Recht müsse er daher Recht geben. Die Kirche sei verpflichtet, um des Heiles unseres Volkes Willen, so eindeutig in dieser Sprache zu votieren. - Dagegen befürwortete die Vorsitzende der Frauen-Union, Böhmer, die Pläne von Bundesfamilienministerin von der Leyen. Man dürfe berufstätigen Müttern kein schlechtes Gewissen einreden, so Böhmer.