24.12.2006

Nachrichtenarchiv 25.12.2006 00:00 Kardinal Kasper gegen Spiritualität ohne klares Gottesbild

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper beklagt eine religiöse Spiritualität, die ohne klares Gottesbild auskommt. Sie diene allein der Selbsterfüllung und der eigenen Identitätssuche, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es bestehe die Gefahr, "dass wir uns den lieben Gott nach unserem eigenen Geschmack zurechtmachen und ihn für das in Anspruch nehmen, was uns selber gerade gefällt". Religion habe nur dann einen Sinn, wenn sie ein Gegenüber habe, mahnte der Kardinal. Nur der lebendige Gott könne wirklich helfen. Damit stelle sich aber die für viele unbequeme Frage nach der Wahrheit. Heute fehle oft die Entschiedenheit für die Wahrheit. Das sei, wie Papst Benedikt XVI. sage, das Problem des Relativismus.