27.11.2006

Nachrichtenarchiv 28.11.2006 00:00 Papst-Reise in die Türkei: Erster Tag

Papst Benedikt XVI. ist zu seiner viertägigen Türkei-Reise in Ankara eingetroffen. Noch am Flughafen traf er mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zusammen. Dieser berichtete anschließend vor Journalisten, der Papst habe sich für eine Aufnahme der Türkei in die EU ausgesprochen. Er habe Benedikt XVI. um seine Unterstützung im türkischen EU-Beitrittsprozess gebeten. "Darauf hat er gesagt, dass er zwar kein Politiker sei, dass er aber wünsche, dass die Türkei in die EU komme", so Erdogan. Zuvor hatte sich der Papst gegen eine politische Vereinnahmung seines Türkei-Besuchs ausgesprochen. "Das ist keine politische Reise, sondern eine pastorale Reise", sagte er kurz vor dem Abflug vor mitreisenden Journalisten. Er wolle zu Dialog, Brüderlichkeit und Verständnis zwischen den Kulturen und Religionen beitragen und damit die Versöhnung fördern. Im Anschluss an die mit Spannung erwartete Begegnung mit Erdogan fuhr der Papst unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zum Mausoleum des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk, wo er sich ins Goldene Buch des türkischen Staates eintrug. Er bezeichnete darin die Türkei als "Treffpunkt und Begegnungspunkt von verschiedenen Religionen und Kulturen" und als "Scharnier zwischen Asien und Europa". Nach der Kranzniederlegung im Mausoleum wurde der Papst vom türkischen Staatspräsidenten Ahmet Necdet Sezer empfangen. Nach dem Treffen mit Sezer stand für den Papst ein Gespräch mit dem Leiter des türkischen Religionsamtes, Ali Bardakoglu, auf dem Programm. Zusammen mit Bardakoglu wollte der Papst am frühen Abend eine Erklärung abgeben.