Pax Christi warnt vor Akzeptanz von Krieg und Waffen

Waffen und Abschreckung garantieren keinen Frieden

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi warnt vor einem Rückfall in militärische Abschreckungspolitik weltweit. Der zuständige Bischof Kohlgraf wunderte sich über die aktuelle Bundespolitik und rief zur Konfliktlösung auf.

Ein Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard 1A2 feuert eine Stinger-Flugabwehrrakete ab / © Carsten Rehder (dpa)
Ein Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard 1A2 feuert eine Stinger-Flugabwehrrakete ab / © Carsten Rehder ( dpa )

Der Mainzer Bischof und Pax-Christi-Präsident Peter Kohlgraf sagte laut Manuskript am Samstag bei einem Gottesdienst am Bühler Friedenskreuz, mit aufeinander gerichteten Waffen könne es keinen echten Frieden geben. "Frieden beruht auf der Gerechtigkeit, auf Menschenrechten und dem Gemeinwohl der Menschen in den unterschiedlichen Nationen."

Jugendliche diskutierten mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bei der zweiten Mainzer Jugendsynode / © Blum / Bistum Mainz
Jugendliche diskutierten mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bei der zweiten Mainzer Jugendsynode / © Blum / Bistum Mainz

Kohlgraf stellte sich mit Blick auf den Russland-Ukraine-Krieg hinter das Recht auf Selbstverteidigung und unterstützte Waffenlieferungen für Kiew. Die Frage sei aber, wie man "angesichts atomarer Bedrohung von einem Sieg der Ukraine über den Aggressor" sprechen könne. Zudem sei bemerkenswert, wie Politiker, die noch vor kurzem Waffenlieferungen in Krisengebiete ablehnten, nun umgeschwenkt seien. "Auch die Aufrüstung der Bundeswehr durch höchste Geldbeträge ist ohne Parlamentsdebatte offenbar von einem Tag zum anderen akzeptiert", kritisierte der Bischof.

Biblische Friedensvisionen wahren

Kohlgraf rief Christen auf, weiter für gewaltfreie Konfliktlösungen zu werben. "Wir werden Fragezeichen setzen, wo sich Politik zu schnell und selbstverständlich plötzlich wieder der Logik der Rüstung und Gewalt unterwirft, ohne zumindest wahrnehmbar nach Alternativen zu suchen." Wenn die Welt nicht endgültig zur Hölle werden solle, gelte es, die Hoffnung auf biblische Friedensvisionen zu wahren. Statt politischer Stellungnahmen sei es eine zentrale christliche Aufgabe von Kirchenvertretern, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. "Wenn die Hoffnung auf einen Frieden in Gerechtigkeit stirbt, dann ist wirklich ein Weg in die Zukunft schwer vorstellbar."

Das weithin sichtbare, 14 Meter hohe Friedenskreuz von Bühl im Landkreis Rastatt wurde 1952, vor 70 Jahren, als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt errichtet. Es steht auch für die deutsch-französische Versöhnung. Das Mahnmal ist Ziel für Pilger und Gläubige. Zum 70. Jahrestag seiner Errichtung organisierte Pax Christi am Samstag eine internationale Gedenkfeier.

Quelle:
KNA
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