14.06.2006

Nachrichtenarchiv 15.06.2006 00:00 Lehmann: Kirchenaustritt führt zur Exkommunikation

Karl Kardinal Lehmann sieht die deutsche Praxis des Kirchenaustritts in voller Übereinstimmung mit Rom. Ein vor staatlichen Stellen erklärter Austritt sei in Deutschland automatisch auch kirchenamtlich mit allen Konsequenzen gültig. Dies habe der Päpstliche Rat für die Gesetzestexte ausdrücklich bestätigt, sagte Kardinal Karl Lehmann. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz widersprach damit einem Bericht des Magazins "Der Spiegel". Es hatte gemeldet, dass aus römischer Sicht ein Austritt eigens vor kirchlichen Stellen erklärt werden müsse und dass der staatlich bekundete Kirchenaustritt nicht automatisch eine Exkommunikation zur Folge habe. Demgegenüber betonte Lehmann, dass in Deutschland die vor der staatlichen Behörde abgegebene Austrittserklärung von Rechts wegen an die zuständige kirchliche Autorität weitergeleitet werde. Insofern sei der Kirchenaustritt in der Bundesrepublik immer "ein Akt mit doppelter Wirkung sowohl im staatlichen als auch im kirchlichen Bereich". Die Forderung des Päpstlichen Rats, dass eine Austrittserklärung vor der zuständigen kirchlichen Autorität abgegeben werden müsse, sei damit erfüllt, so Kardinal Lehmann.