24.04.2006

Nachrichtenarchiv 25.04.2006 00:00 Neue Kritik an Brandenburgs Innenminister Schönbohm

Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, hat Brandenburgs Innenminister Schönbohm eine "große Unbedachtheit" vorgehalten. Dieser hatte KZ-Opfer und Tote in sowjetischen Speziallagern gleichgesetzt. Knigge sagte, ein solches "pauschalisierendes Gedenken" könne es nicht geben. Schönbohm mangele es an "differenziertem Geschichtsbewusstsein". Für KZ-Überlebende sei es das "Kernproblem", dass es in den sowjetischen Lagern Menschen gab, die für NS-Verbrechen mitverantwortlich waren. Deshalb müsse an diese Lager in einer Weise erinnert werden, die NS-Verbrechen nicht relativiere. - Unterdessen haben die Äußerungen Schönbohms zum Überfall auf einen Deutsch-Äthiopier zu einer Krise in der brandenburgischen Regierungskoalition geführt. Drei SPD-Abgeordnete forderten den Rücktritt des Innenministers. Schönbohm hatte bezweifelt, dass der Überfall einen rechtsextremistischen oder rassistischen Hintergrund hatte.