28.03.2006

Nachrichtenarchiv 29.03.2006 00:00 Ruf nach Lockerung der Ärzte-Schweigepflicht bei Kindesmissbrauch

Die deutschen Kinder- und Jugendärzte wollen zum besseren Schutz von Kindern die ärztliche Schweigepflicht lockern. Bei Verdacht auf Missbrauch oder Verwahrlosung müssten sich Mediziner ohne Zustimmung der Eltern mit Erziehern, Lehrern oder Sozialarbeitern austauschen dürfen. Das forderte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Berlin. Ausserdem sollten Notrufnummern für Kinder eingerichtet werden und der Austausch zwischen Jugendämtern und Familiengerichten verbessert werden, forderte der Verband. In Deutschland sterben nach offiziellen Angaben jährlich 100 Kinder durch Misshandlung oder Vernachlässigung. Die Dunkelziffer sei jedoch sechs bis zehn Mal höher.